Vandalismus in Duisdorf Unbekannte missbrauchen Gedenkkapelle und Friedhof als Toilette

DUISDORF · War es ein Obdachloser, der sich nicht mehr zurückhalten konnte? Oder war es ein Halbstarker, der sich lustig vorkam?

 Hans Berg (l.) und Albert Piel entfernen den unappetitlichen Unrat aus der Kapelle.

Hans Berg (l.) und Albert Piel entfernen den unappetitlichen Unrat aus der Kapelle.

Foto: Stefan Knopp

Es werde, bedauert Hans Berg, wohl nicht zu ermitteln sein, wer am letzten Wochenende nachts am alten Friedhof in Duisdorf sein Geschäft verrichtet hat - an einem besonders merkwürdigen Ort: Der Betreffende hinterließ seine Notdurft durch die Gittertür der Kapelle neben dem Eingangsportal des Friedhofs.

Berg, der sich seit Jahren zusammen mit anderen Freiwilligen um den Friedhof am Europaplatz kümmert, war nicht erfreut, als er die Verschmutzung in der Kapelle vorfand.

In dieser sind Gedenktafeln mit Namen von im Ersten Weltkrieg gefallenen Duisdorfern angebracht - das hatte der Ortsfestausschuss veranlasst, als der Platz gegenüber des Hardtberger Rathauses umgestaltet und das alte Ehrenmal vor den Friedhof verlegt wurde. "Das sollte eine würdige Stätte bleiben."

Dem ehemaligen OFA-Vorsitzenden blieb nichts anderes übrig, als den Dreck wegzumachen: Regelmäßige Kontrollen würden nichts bringen und ein Wachdienst extra dafür mache keinen Sinn. Mit solchen Vorfällen ist er leider auch vertraut: Da werde sogar auf die Gräber auf dem Friedhof das Geschäft verrichtet, zuletzt auch an der Mauer.

"Da habe ich gewartet, bis das gefroren war", so Berg. Es sei auch schon vorgekommen, dass Teile von Gräbern gestohlen wurden. Abschließen könne er den Friedhof auch nicht. Dafür fehle jemand, der nachts die Kette am Tor anbringt und sie in aller Frühe wieder entfernt. Denn den vorwiegend älteren Menschen, die frühmorgens schon auf den alten Duisdorfer Friedhof wollen, um Gräber von Angehörigen zu pflegen, wolle man nicht den Einlass verwehren.

Er wünsche sich eine bessere Beschilderung zu öffentlichen Toiletten, sagt Berg. Die gibt es ja: Tagsüber ist die Toilette im Untergeschoss des Rathauses geöffnet, und nachts kann man auch die öffentliche Anlage an der Rochuskirche zwischen Volkshochschule und Arbeiterwohlfahrt nutzen - ungemütlicher als am Gittertor der Kapelle am Friedhof kann es dort nicht sein.

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