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Ehrenamt in Hardtberg: Waldfreunde Kids sind jetzt Teil der Jugendfarm

Ehrenamt in Hardtberg : Waldfreunde Kids sind jetzt Teil der Jugendfarm

Das Projekt Waldfreunde Kids gibt es seit einigen Jahren. Nun hat der Verein Waldfreunde entschieden, dass es nicht weitergeführt werden soll. Die Verantwortlichen haben bei der Jugendfarm ein neues Zuhause gefunden. Was planen sie dort?

Nachdem Olga Nelles das erste Mal mit ihrer Familie bei einer Aktion der Waldfreunde mitgemacht hatte, trat sie dem Verein bei. 13 Jahre ist das jetzt her. Weil sie den Verein unterstützen wollte, bot sie ihre Hilfe an. Daraus entwickelten sich die Waldfreunde Kids, die seit 2017 verschiedene Aktionen für Kinder und ihre Eltern organisiert haben. Anfangs wurde Nelles dabei von Kerstin und Thomas Pohl unterstützt, später kam Ralf Linden hinzu.

Nun bieten die Ehrenamtlichen ihre Veranstaltungen nicht mehr unter dem Dach der Waldfreunde an, sondern bei der Jugendfarm. „Wir möchten, dass junge Menschen die Natur erleben, ihre Kreativität entfalten und sich mit ihrer Umwelt aktiv auseinandersetzen“, schreibt der Verein auf seiner Website über seine Arbeit.

Arbeit passt nicht mehr zum klassischen Vereinsprogramm

Der Vorstand der Waldfreunde habe befunden, dass die Arbeit der Waldfreunde Kids nicht mehr zum klassischen Programm des Vereins passe, sagt Nelles am Telefon. Der Vorsitzende Bruno Schmidt sagt am Telefon, bei der Entscheidung sei es allein um die Satzung des Vereins gegangen. Die sehe vor, dass alle Angebote kostenlos seien müssen. „Sonst bekommen wir Probleme mit der Gemeinnützigkeit“, sagt er. Es sei auch um Angebote gegangen, für die Teilnehmer hätten bezahlen müssen. Ausführen will er das aber nicht.

Es gebe kein böses Blut zwischen den Waldfreunden und den vier Ehrenamtlichen, sagt Nelles. Die Waldfreunde hätten sie für ihr Engagement gelobt und ihnen gedankt. Sie sei bei den Waldfreunden nach wie vor im Vorstand. Und auch ihr Mitstreiter Thomas Pohl wird auf der Website als Teil des Vorstandes geführt. „Wir wollen weiterhin das Familienfest organisieren, das zweimal im Jahr stattfindet“, sagt Nelles.

Abschied  mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Darüber hinaus hatten die Vier bei den Waldfreunden noch einige andere Angebote veranstaltet. Dazu zählten etwa Schatzsuchen im Wald für Kinder und ihre Eltern, genau wie die Wald-Olympiade für Schulen. Dabei wurden die Schüler zu Walddetektiven und mussten zum Beispiel herausfinden, wie alt bestimmte Bäume sind.

„Wir wollten unser Engagement nicht einmotten“, sagt Nelles. „Jetzt haben wir mit der Jugendfarm ein gutes neues Zuhause gefunden. Und wir freuen uns, dass wir weitermachen können.“ Den Abschied sehe sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ohne die Waldfreunde wären sie nicht dort, wo sie heute sind, sagt Nelles, hätten die Liebe zur Arbeit, die sie machen, gar nicht entdecken können. Es sei schade, dass sich ihre Arbeit dort nicht professionalisieren ließ.

Professionellere Angebote sollen möglich sein

Sie schaut aber auch nach vorne. Ihre Angebote könnten nun professioneller werden. Etwa weil über die Jugendfarm zahlreiche Mitarbeiter bereitstehen, die pädagogisch ausgebildet sind. „Das wird unsere Arbeit anreichern“, sagt Nelles.

Sie können ab nun auch den Aktivspielplatz am Abenteuerweg 1 nutzen, der zur Jugendfarm gehört. Dort fand am Wochenende erstmals das von Nelles und Co. organisierte „Robin Hood Camp“ statt. Dabei konnten die Kinder Forellen am Feuer zubereiten, Speere schnitzen und einen Gemüseeintopf im Feuerkessel kochen.

Künftig soll es einmal im Monat so eine Aktion geben. Für den 30. Oktober ist eine Nachtwanderung im Wald geplant – ohne Taschenlampe. Am 27. November können Kinder beim Adventsbasteln Futterstellen für Vögel bauen. Die Teilnehmer sollen sie dann am 18. Dezember bei einer Wanderung durch den Wald aufstellen.

Die Angebote von Olga Nelles und ihren Mitstreitern werden künftig auf www.brueser-dorf-bonn.de zu finden sein.