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Bezirksvertretung einig: Weck-Werk in Hardtberg: Bahnübergang soll offen bleiben

Bezirksvertretung einig : Weck-Werk in Hardtberg: Bahnübergang soll offen bleiben

Die Kommunalpolitiker aus dem Stadtbezirk sind sich einig: Sie werden alle Hebel in Bewegung setzen, um die drohende Schließung des Bahnübergangs in Höhe des Weck-Werks zu verhindern.

Geschlossen sprach sich die Hardtberger Bezirksvertretung nicht nur dafür aus, dass die Stadt Bonn mit „allen möglichen Einwendungen und in Abwägung der Umstände auch mit Rechtsmitteln“ vorgehen soll, sondern die Duisdorfer wurden noch konkreter. „Angesichts der Sanierungsarbeiten des Bonner Straßennetzes in den nächsten Jahren ist eine Sperrung unverantwortlich“, begründete Bert Moll den Antrag der CDU-Fraktion, mit dem eine drohende Sperrung erst einmal aus der Welt geschaffen werden soll.

Allerdings sei es sinnvoll, die Forderung so zu formulieren, dass „die Bahn die Möglichkeit hat, sich aus dem Projekt zurückzuziehen, ohne das Gesicht zu verlieren“, argumentierte Moll. Am Ende einigten sich die Bezirksverordneten auf die Forderung, „dass die Aufstellung eines entsprechenden Planfeststellungsverfahren wegen der regionalen Verkehrssituation“ zurückgestellt wird“. „Wir sollten die Zeit jetzt nutzen, um uns mit unseren Parteikollegen in Alfter über das weitere Vorgehen auszutauschen, damit wir gemeinsam auftreten“, forderte Wolfgang Groß (SPD) von allen Fraktionen.

Bei der Alfterer CDU rennen die Hardtberger Politiker mit ihrer Forderung offene Türen ein. „Wir werden uns weiterhin mit aller Kraft gegen eine Schließung wehren“, antwortet Barthel Schölgens, Fraktionsvorsitzender der CDU in Alfter, auf GA-Anfrage. Denn auch eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer sei keine Alternative. „Wir können doch weder den Schwerlast- noch den öffentlichen Busverkehr außer Acht lassen“, argumentiert er. Gerade auch im Hinblick auf die Sanierung des Bonner Tausendfüßlers sei der Übergang in Höhe der Weck-Werke unverzichtbar. Denn schließlich würde während der Bauzeit ein Teil des Verkehrs über die K 12 n und die Almabrücke geführt. „Die Idee, den Bahnübergang zu schließen und damit den Schwerlastverkehr in die Wohnstraßen zu zwingen, indem man den direkten Weg auf die B 56 versperrt, ist ein Stück aus dem Tollhaus“, hatte jüngst auch Alfters SPD-Chef Hans G. Angrick Stellung bezogen.

Für DB führt nichts an Schließung vorbei

Für die Deutsche Bahn führt allerdings kein Weg an einer Schließung vorbei. „Wir leiten ein Planrechtsverfahren zur Schließung des Bahnübergangs mit Neubau einer Fußgänger- und Radfahrerunterführung an gleicher Stelle ein“, erklärte Bahnsprecher Dirk Pohlmann gestern auf GA-Anfrage. Das sei für das dritte Quartal 2017 geplant. Die Schließung des Überganges mit Baubeginn der Ersatzmaßnahme würde dann voraussichtlich ab dem 2. Quartal 2020 umgesetzt, ergänzte er. Die Pläne seien mit den Fachämtern in den Kommunen besprochen und abgestimmt.

Die Befürchtungen, dass während der Sanierung des Bonner Tausendfüßlers so mit zusätzlichen Behinderungen zu rechnen ist, teilt die Bahn nicht. „Die örtliche Verkehrssituation ist uns bekannt. Die befürchteten Auswirkungen werden seitens der Deutschen Bahn nicht geteilt. Zu diesem Ergebnis kommt auch das verkehrliche Fachgutachten“, so Pohlmann.

Der Bahnsprecher hebt zudem noch einmal die Gründe hervor, weshalb das Unternehmen an einer Schließung festhält: „Es besteht eine gültige Eisenbahnkreuzungsvereinbarung mit den beiden Straßenbaulastträgern, dem Landesbetrieb Straßenbau und der Gemeinde Alfter, der DB und dem Bund, in der die Schließung vereinbart ist. Auf Grund dieser Vereinbarung haben sich Bund und Bahn an den Baukosten der Almabrücke und deren Straßenanbindung mit jeweils einem Drittel beteiligt. Grund für die Förderung durch den Bund ist Paragraph 3 des Eisenbahn-Kreuzungsgesetzes: Die Sicherheit und die Abwicklung des Verkehrs durch die Beseitigung von Eisenbahnkreuzungen“, so der Sprecher.