1. Bonn
  2. Hardtberg

Spielplatz in Ippendorf: Wie die „Bienenstadt“ in Bonn bei Kindern ankommt

Spielplatz in Ippendorf : Wie die „Bienenstadt“ in Bonn bei Kindern ankommt

Die Stadt Bonn hat den neuen Spielplatz Am Kümpel im Zentrum von Ippendorf freigegeben. GA-Mitarbeiter Stefan Knopp hat getestet, wie der Spielplatz bei seinem Sohn ankommt.

Ein neuer Spielplatz. Erst einmal umschauen: Da ein Sandkasten mit Spielhaus und Schaukel, dort eine weitere Schaukel für mehrere Kinder, aber mein dreieinhalbjähriger Spielplatztester will zunächst das Klettergerüst ausprobieren. Über das Kletternetz geht es auf den kleineren Turm, dann über die dicke wackelige Seilbrücke zum größeren herüber. Hier man dann einen guten Blick von oben auf den Spielplatz Am Kümpel in Ippendorf, den die Stadt kürzlich freigegeben hat.

Bienen und Blüten aus Holz zieren die Spielgeräte, denn die Stadt hat dort eine „Bienenstadt“ errichtet. Die Türme gleichen Bienennestern, das Spielhaus könnte man als Imker-Bienenstock interpretieren. Die Randbepflanzung besteht aus insektenfreundlichen Sträuchern und blühenden Bodendeckern. Die Bauzeit betrug sechs Monate, das Ganze hat die Stadt 170.000 Euro gekostet.

Und nun steht mein Junior da oben und überlegt, wie er wieder herunterkommt. Zugegeben, die Stadt hat die Klettertürme eher für ältere Kinder gemacht, die wissen, wie man zum Beispiel eine Feuerwehrstange hinabrutscht. Der Kleine entscheidet sich für den Rückweg und klettert wieder das Kletternetz herunter. Den beiden parallelen schrägen Rutschstangen dort, die auch Älteren eine gewisse Kreativität abverlangen, traut er nicht.

Die drei in unterschiedlicher Höhe an Ketten hängenden Balancier-Holzbalken sind definitiv für ältere Kinder gedacht, aber die Mehr-Personen-Schaukel hat es ihm angetan. Er nennt sie den „Besen“, weil man auf dem dicken Tau, das an mehreren Seilen hängt, quasi reitet. Der Spaßfaktor dieser sogenannten Tampenschaukel ist definitiv hoch. Es wird noch besser, als zwei andere Kinder dazukommen. Max (7) und seine Schwester Anna (4) sorgen für Schwung. Für die beiden ist dieses Spielgerät das beste auf dem Spielplatz, sagen sie.

Spielbereich für körperlich behinderte Kinder

Der Nachwuchs will nun auch in den Sandbereich. Die Ein-Personen-Schaukel ist frei, also hin. Sie hängt nicht an einem Querbalken, sondern ist an den beiden Pfählen links und rechts wie eine Hängematte befestigt. „Bauchschaukel“ nennt sich das, man soll sich also eher drauflegen, aber Junior weiß das nicht. Auch das traditionelle Schaukeln im Sitzen funktioniert erfreulich gut. Das Sandspielhaus nebenan wartet unter anderem mit einem Sandaufzug auf, dessen Kette bislang noch recht schwergängig ist. Ein flaches Holzpodest dient als Backtisch, auf dem körperlich behinderte Kinder auch liegend spielen können.

Der Junior probiert alles aus und befindet die Tampenschaukel als Highlight des Spielplatzes. Mein Erwachsenenblick geht derweil zu den beiden Ausgängen, die mit Drängelgittern versehen sind. Durch eins drängelt sich eine Mutter mühsam mit einem Lastenfahrrad mit zwei kleinen Insassen. Eigentlich ist der Spielplatz dafür zu klein, Räder stehen entweder in der Randbepflanzung oder im Weg. Allerdings gibt es auch keine Fahrradständer außerhalb: Dafür wäre weder vorne an der Straße noch an dem in die Wohnsiedlung führenden Seitenweg Platz.

In der Mitte ist eine Tisch-Bank-Kombination aus Metall installiert. Die Bank hat Rücken- und Armlehnen, laut Stadt soll sie deshalb für ältere Menschen geeignet sein. Allerdings steht sie so eng am Tisch, dass es gar nicht leicht ist, sich dort überhaupt hinzusetzen. Platz für Rollstuhlfahrer wurde am Tisch ebenfalls eingeplant. Aber ob die überhaupt durch die Drängelgitter passen?

Die Eltern von Max und Anna, die in der Nähe wohnen, sind ganz zufrieden mit dem Spielplatz, allerdings fehlt ihnen ein wenig Auslauffläche für die Kleinen. Die "Bienenstadt" ist 675 Quadratmeter groß, allerdings inklusive der Randbepflanzung. Zum Bolzen würden sie den Spielplatz an der Engelsbachschule aufsuchen. Die Mutter sorgt sich, wie gut sich Kinder und Bienen auf einer so engen Fläche miteinander vertragen.

Bislang, erzählt sie, waren sie nachmittags mit ihren Kindern auf das Außengelände des Cläre-Grüneisen-Kindergartens, einer heilpädagogischen integrativen Einrichtung des Bonner Deutschen Roten Kreuzes (DRK), gegangen. Das Kita-Gelände war ab 16.30 Uhr zugänglich, dafür übernahm die Stadt die Pflege. Generationen haben dort schon gespielt. Aber Marco Madelung, Leiter des Bereichs Kindertagesstätten beim Bonner DRK, hat Anfang der Woche bestimmt: Das Tor bleibt zu. Denn jetzt gibt es ja den anderen Spielplatz, weshalb laut Madelung die Stadt ihr Pflege-Engagement auslaufen lässt. Zudem will man in den nächsten zwei Jahren das Gelände umfassend umgestalten - und den Zaun erhöhen.