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Feuerwehreinsatz in Medinghoven: Wieder brannte es am Europaring

Feuerwehreinsatz in Medinghoven : Wieder brannte es am Europaring

Rund viereinhalb Monate ist der letzte Brand in einer Wohnanlage am Europaring her, Dienstagfrüh musste die Feuerwehr erneut nach Medinghoven ausrücken: Ein Brand in einem Mehrfamilienhaus am Europaring 34 war der Leitstelle um 5.40 Uhr gemeldet worden.

Da sich vor allem im vergangenen Jahr Alarmierungen in den Wohnanlagen entlang der Straße gehäuft hatten, und allein bei einem Feuer am 19. November im Treppenhaus eines benachbarten Hochhauses 24 Menschen verletzt worden waren, rückte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot an.

Wie bei vielen ähnlichen Einsätzen zuvor, war das Feuer im Bereich von Abstellkammern ausgebrochen: In einer solchen Kammer stand Müll in Flammen, der in Plastiksäcken gelagert war, so Einsatzleiter Thomas Adenauer. Das Feuer griff dann auch auf dort abgestellten Hausrat, unter anderem eine Matratze über.

Es dauerte aber nur rund eine halbe Stunde, dann hatte Adenauer mit seinen Wehrleuten den Brand im Griff und das verkohlte Brandgut ins Freie geschleppt. Ein Bewohner musste laut Robert Scholten, Sprecher der Bonner Polizei, mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden.

[kein Linktext vorhanden]Dabei kannte sich Einsatzleiter Adenauer vor Ort bereits bestens aus. Er hatte schon zweimal die Löscharbeiten in der Wohnanlage Nummer 34 geleitet. Nach allein vier von der Polizei bestätigten Bränden im Jahr 2012, bei denen die Ermittler in mehreren Fällen von Brandstiftung ausgingen, musste die Feuerwehr 2013 einmal anrücken, so Scholten. Auch wenn es einen Verdächtigen gab, konnte laut Polizeisprecher bislang kein Täter ermittelt werden.

Was die Ursache des gestrigen Brandes angeht, kann die Polizei "vorsätzliche Verursachung des Brandes nicht ausschließen", führte Polizeisprecher Scholten aus. Was den Ermittlern allerdings aufgefallen sei und gegen Brandstiftung sprechen könnte: "Um in die Kammer zu kommen, musste die Feuerwehr eine Brandschutztür aufbrechen", so Scholten. Eine zweite Zugangstür war ebenfalls verschlossen, allerdings sei das Schloss nicht so massiv gewesen.

Betroffen hatte Dienstagfrüh ein 70 Jahre alter Bewohner einer benachbarten Wohnanlage die Löscharbeiten beobachtet: "Das ist schon schlimm, was hier passiert." Aus seiner Sicht passen die Brände ins Bild einer "allgemeinen Zerstörungswut", für die er "junge Erwachsene" verantwortlich macht. Betroffen sei inzwischen auch sein direktes Wohnumfeld. "Ich wohne hier seit 35 Jahren, und früher war das Ganze ein echtes Vorzeigewohngebiet", so der 70-Jährige: "Heute muss man sich ob der Zerstörungen und Schmierereien schämen, wenn man Besuch bekommt."

Derweil sucht die Kripo nach Zeugen, die zwischen vergangenem Montag, 22 Uhr, und Dienstagmorgen, 5.30 Uhr, verdächtige Beobachtungen am Europaring gemacht haben. Melden kann man sich unter der Rufnummer 0228/150.