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Investoren wollen Preisnachlass

Investoren wollen Preisnachlass

Belasteter Boden am Beueler Rathausdreieck? Die Stadt soll weniger Geld für den Grundstücksverkauf bekommen. Doch der Kaufvertrag sieht das gar nicht vor.

Zwischen 2,7 und 2,9 Millionen Euro sollte der Verkauf des städtischen Grundstücks zwischen Beueler Rathaus, Sankt-Augustiner-Straße und Konrad-Adenauer-Platz für die Stadtkasse bringen. Die Investoren wollen den Preis nun aber nach GA-Informationen weiter drücken. Grund: Nach einem Bodengutachten habe sich herausgestellt, dass es "Aufschüttungen" von "kontaminiertem Boden der Kategorie Z 2" gebe.

Dahinter verbirgt sich die Bezeichnung für Bauschutt, der "eingeschränkt" für den "Einbau mit definierten technischen Sicherheitsmaßnahmen" geeignet ist, wie es bei der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) definiert ist.

Die Entsorgung dieses Bauschutts erzeugt tatsächlich Mehrkosten. Daher soll die Stadt den Investoren für das Gebäudeensemble am Rathaus um 700.000 Euro entgegenkommen. 400.000 Euro waren wohl bereits ursprünglich zugesagt worden. Die Verwaltung möchte nun einen "größeren Handlungsspielraum" für die Verhandlungen haben, weil sie laut Vertrag nicht verpflichtet ist, die erhöhten Entsorgungskosten auszugleichen.

"Das war beim Kaufvertrag ausgeschlossen worden", so ein Insider. Dennoch hat die Stadt für die nicht-öffentliche Sitzung des Wirtschaftsausschusses am 1. Dezember ein entsprechendes Papier vorbereitet. Darin empfiehlt die Verwaltung, dem Investor entgegenzukommen, weil dieser sonst von seinem Bauvorhaben zurücktrete. Eindeutig sei indes, dass es keinen Rechtsgrund gebe, ihm einen finanziellen Nachlass zu gewähren.

Woher der kontaminierte Boden herkommen soll, ist den Fachleuten im Stadthaus indes ein Rätsel. "Wer weiß, was die damals nach dem Krieg alles auf dem Grundstück des abgerissenen alten Rathauses reingekippt haben", meinte einer.

Unterdessen geht die Diskussion um die neue Fassadengestaltung des Neubaus auf www.ga.de weiter. Es gibt viel Kritik, aber auch Zustimmung: "Endlich tut sich mal was in der verschlafenen Beueler Innenstadt. Also Badezimmerfliesen sehe ich am Rathaus und manch anderem Gebäude in der Sankt Augustiner Straße. Da sollte man sich in der Kritik etwas zurücknehmen. Gegen diese nicht gerade überwältigenden Beispiele wirkt die Fassade auf dem Foto wie ein Juwel. Ich drücke dem Architekten alle Daumen, dass er diese kreative Idee umsetzen kann", so ein GA-Leser.