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Jetzt soll die Bahn "Gas geben"

Jetzt soll die Bahn "Gas geben"

Gerhard Lorth zum Ausbau der Regionalbahnstrecke Bonn-Euskirchen

Duisdorf. Der CDU-Landtagsabgeordnete Gerhard Lorth warnt vor "unnötiger Hysterie" bezüglich des geplanten Ausbaus der Voreifelstrecke. "Ich warne alle Zweifler und Ungeduldigen davor, jetzt nach Geld aus den Konjunkturprogrammen von Bund und Land zu schreien. Der Ausbau der Eisenbahntrasse Bonn-Euskirchen ist seitens der Landesregierung völlig abgesichert", erklärte der ehemalige langjährige Bezirksvorsteher des Stadtbezirkes Hardtberg.

Im Juni 2008 habe der Landtag alle erforderlichen Maßnahmen zum Ausbau der Bahntrasse im ÖPNV-Infrastrukturfinanzierungsplan des Landes Nordrhein-Westfalen verankert und verabschiedet. Eine Summe von knapp 25 Millionen Euro, verteilt auf mehrere Haushaltsjahre, stehe zur Verfügung. Ein Umschichten der Finanzierungsgrundlagen würde unnötig eine neue Diskussion und wohlmöglich neue Verfahren mit sich bringen.

Mit diesen Worten reagierte Lorth auf die jüngsten Forderungen des Grünen-Politikers Michael Schroerlücke aus Alfter, der NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU) aufgefordert hat, zur Finanzierung des seit Jahren diskutierten Großprojektes Geld aus dem Konjunkturprogramm des Bundes von Düsseldorf in die Region Bonn/Rhein-Sieg fließen zu lassen. Von den Fördermitteln sollen ein zweites Bahngleis zwischen Duisdorf und Witterschlick sowie vier neue Haltepunkte (darunter Helmholtzstraße und Auf dem Hügel) gebaut werden.

Der Grüne-Fraktionsvorsitzende im Alfterer Rat zweifelt die Aussagen der CDU-Landespolitiker an, wonach die Finanzierung des Streckenausbaus gesichert sei. Er stellt den baldigen Baubeginn in Frage, weil die Verhandlungen zwischen Land und Bund über die Kostenverteilung noch nicht so weit gediehen seien wie gewünscht.

Auf Nachfrage des GA bestätigte das Landesverkehrsministerium, dass für den Ausbau der Voreifelbahn noch einige Finanzierungsmodalitäten geklärt werden müssten, da sich die Förderkriterien Anfang des Jahres geändert hätten. Der Streckenausbau zwischen Bonn und Euskirchen habe aber für das Land nach wie vor einen hohen Stellenwert, hieß es in Düsseldorf.

Der Bau des zweiten Gleises zwischen Duisdorf und Witterschlick dient nach Aussage Lorths dazu, den 15-Minuten-Takt zwischen Bonn und Euskirchen auch nach dem Bau der vier neuen Haltepunkte in Rheinbach-Ost, Impekoven, Helmholtzstraße und Auf dem Hügel garantieren zu können. Nach einem Gutachten der Deutschen Bahn kann durch den Ausbau der Voreifelbahn die Zahl der Fahrgäste pro Tag von 15 400 auf 18 400 gesteigert werden.

Lorth appelliert an das Eisenbahnbundesamt und die Deutsche Bahn, für den Trassenausbau endlich Baurecht zu schaffen. "Die Pläne sind fertig, die notwendigen Beschlüsse fehlen aber", ärgert sich Lorth. Sobald das Baurecht vorliegt, könne und müsse die Deutsche Bahn den Bau der Haltepunkte einzeln, aber zeitgleich ausschreiben. "Kleinere Baulose haben den Vorteil, dass sich der hiesige Mittelstand an der Ausschreibung beteiligen kann."

Die Deutsche Bahn dürfe auf gar keinen Fall mit dem Bau der Haltepunkte so lange warten, bis das zweite Gleis zwischen Duisdorf und Witterschlick gebaut sei, "dann verlieren wir zwei bis drei Jahre". Lorth fordert Politiker aller Parteien auf, die Deutsche Bahn in ihren Bemühungen um die Voreifelbahn voranzutreiben. "Bis 2013 kann alles fertig sein, aber um das Ziel zu erreichen, müssen alle Beteiligen jetzt Gas geben", betonte der CDU-Politiker.