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Webinar des Evangelischen Kirchenkreises: Kinder mehr in den Fokus rücken

Webinar des Evangelischen Kirchenkreises : Kinder mehr in den Fokus rücken

Der Evangelische Kirchenkreis hat am Donnerstagmittag zu einem Zoom-Treffen eingeladen. Dort haben Bonner der Oberbürgermeisterin Katja Dörner und dem Superintendent Dietmar Pistorius Fragen stellen können.

Wie halten wir durch? Zu dieser Frage hat der Evangelische Kirchenkreis in Bonn an Freitagmittag ein einstündiges Webinar veranstaltet. Moderiert von Martin Engels, Leiter des Evangelischen Forums Bonn, haben der evangelische Superintendent Dietmar Pistorius und Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner daran teilgenommen. Gut 50 Zuschauer sind ebenfalls dabei gewesen und konnten Fragen stellen.

„Wir wollen ins Gespräch kommen“, eröffnet Martin Engels das Webinar. Aktuell fehle das Miteinander, es fehlen zufällige Gespräche auf der Straße. „Dieses Forum ist ein Versuch, auf digitalem Wege in Kontakt zu kommen“, sagt Engels. Auf die Corona-Lage in Bonn angesprochen, kommt OB Dörner schnell auf die Kinder und Jugendlichen zu sprechen. „Als Erwachsene machen wir uns häufig nicht klar, wie stark die Einschränkungen der Jugendlichen sind“, sagt sie. Von Eltern erhalte sie sehr viel Feedback. Auch Superintendent Pistorius stellt fest, dass es für jüngere Menschen eine Zeit ist, in der sehr viel verloren geht.

Dabei seien die Kitas und offenen Ganztagsschulen sehr darum bemüht, weiter mit den Kindern in Kontakt zu bleiben, so Dörner. „Ich habe von Ganztagsgruppen gehört, die Bastelmaterial vorbereitet und in die Briefkästen der Familien geworfen haben. Es sind Maßnahmen, die zeigen, wir denken an euch.“ Gleichwohl wolle OB Dörner schauen, dass die Hilfsangebote etwa die Beratungsstellen für Frauen, die Gewalt in der Familie erfahren, gut ausgestattet sind. „Wir haben im ersten Lockdown gemerkt, dass deutlich mehr Kinder und Frauen sich an diese Beratungsstellen gewendet haben.“

Pistorius sieht in der Pandemie aber auch eine Chance. „Bei vielem, was jetzt gut läuft, sollte man sich überlegen, was man in Zukunft weiterführen und unterstützen kann“, sagt er. Dabei denkt er etwa an das Thema Nachbarschafthilfe.

Auch Fragen der Zuhörer werden beantwortet. So kritisiert einer der Teilnehmer die Schließung der Büchereien. OB Dörner begründet die Schließung damit, dass die Mitarbeiter im Gesundheitsamt für die Kontaktverfolgung gebraucht werden. Das sei auch keine leichte Entscheidung gewesen. Sie erreichten viele Reaktionen, wie wichtig es den Leuten sei, Bücher und andere Medien ausleihen zu können.

Ulrich Hamacher, Geschäftsführer des Diakonischen Werks in Bonn kritisiert vor allem die vertane Chance zur Verbesserung der Lage in den Schulen. „Man hätte mittlerweile auf einem ganz anderen Stand sein können.“

Christiane Wellnitz, Sozialarbeiterin in der Evangelischen Beratungsstelle in Bonn, schildert die Situation bei ihrer Arbeit. Die Beratungsstelle sei „heftig betroffen“. Viele – vor allem junge Menschen – suchen Rat. „Sie brauchen den öffentlichen Raum am meisten, um Kontakte zu pflegen.“