Kioskbetreiber verkauft 14-Jährigen Alkohol

Stadt erhebt Bußgeld von 1 750 Euro - Verfahren ist rechtskräftig

  Ein Jugendlicher  vor einem Spirituosen-Regal in einem Getränkemarkt.

Ein Jugendlicher vor einem Spirituosen-Regal in einem Getränkemarkt.

Foto: ap

Beuel. Weil er Alkohol an Jugendliche verkauft hat, muss ein Kioskbetreiber insgesamt 1 750 Euro Bußgeld plus Gebühren und Auslagen zahlen. Das teilte die Stadt Bonn am Donnerstag mit, nachdem der Beschuldigte auf Anraten des Richters in der Verhandlung seinen Einspruch zurückgezogen hatte und damit beide Verfahren rechtskräftig abgeschlossen sind.

Im vergangenen Jahr war der Kioskbetreiber der Polizei gleich zweimal aufgefallen. So am 15. April vergangenen Jahres, als drei Jugendliche auf einem Roller bei ihrer Fahrt durch Beuel stürzten. Als eine Streifenwagenbesatzung den Unfall aufnahm, bemerkte sie Alkoholgeruch bei den 14-Jährigen. Auf Nachfrage sagten sie den Beamten, sie hätten ein Wodka-Mix-Getränk getrunken, das sie an einem Kiosk in der Nähe gekauft hätten. Sie nannten den Beamten auch die Adresse.

Die Polizei informierte die Stadt über den Fall. Wie eine Verwaltungssprecherin mitteilte, stritt der Mann ab, Jugendlichen Alkohol verkauft zu haben. Und überhaupt: Er führe gar keine Mix-Getränke. Das widerlegten die Beamten ihm; die Stadt erhob im Mai dieses Jahres ein Bußgeld in Höhe von 750 Euro.

Am 29. September 2006 führte der Weg eines Polizisten zufällig an besagtem Kiosk vorbei. Dabei beobachtete der Beamte in zivil, wie eine Jugendliche eine Flasche Wodka an dem Büdchen kaufte. Das Mädchen war 14 Jahre alt.

Im Juni dieses Jahres erhob die Stadt ein weiteres Bußgeld gegen den Kioskbetreiber - dieses Mal von 1 000 Euro. In der Verhandlung machte ihm der Richter jetzt deutlich, dass die Rechtslage eindeutig sei und er seinen Einspruch zurückziehen solle.

Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes werden den Kioskbetreiber verstärkt im Auge behalten, wie Elke Palm vom städtischen Presseamt auf Anfrage mitteilte. Bei weiteren Verstößen drohe ihm die Schließung des Büdchens.

Grundsätzlich dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren in Deutschland keinen Alkohol kaufen. Hochprozentige Getränke und die sogenannten Alkopops dürfen nur an über 18-Jährige verkauft werden. Bei Verstößen drohen Geldbußen von bis zu 50 000 Euro.

In jüngster Zeit hat die Stadt Bonn auch außerhalb der Karnevalstage Gaststätten vermehrt auf die Bestimmungen des Jugendschutzes hingewiesen und deren Einhaltung vor allem abends und in der Nacht überprüft. Kontrollen von Kiosken oder Supermärkten, so Elke Palm, seien nicht so einfach. "Wir können nicht an jeden Stand, an dem Alkohol verkauft wird, einen Kontrolleur stellen", sagt sie.

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