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Klage trübt Metropol-Eröffnung

Klage trübt Metropol-Eröffnung

Der Bauzaun ist verschwunden, die Handwerker legen letzte Hand an: Am Mittwoch, 10. November, öffnet die neue Thalia-Buchhandlung im ehemaligen Metropol-Kino am Markt. Zur inoffiziellen Feier einen Abend vorher mit viel Prominenz aus der Buch- und Medienszene ist auch Jürgen Nimptsch geladen.

Bonn. Der Bauzaun ist verschwunden, die Handwerker legen letzte Hand an: Am Mittwoch, 10. November, öffnet die neue Thalia-Buchhandlung im ehemaligen Metropol-Kino am Markt.

Zur inoffiziellen Feier einen Abend vorher mit viel Prominenz aus der Buch- und Medienszene ist auch Jürgen Nimptsch geladen. Den Bonner Oberbürgermeister beschäftigt derzeit mit einer Klage des Investors und Bauherrn des Metropols - der Metropol Immobilien Management GmbH.

Die hat ihrem Geschäftsführenden Gesellschafter Klaus Töpfer zufolge beim Landgericht Bonn eine sogenannte Feststellungsklage gegen die Stadt Bonn erhoben. "Wir möchten gerichtlich klären lassen, ob wir gegenüber der Stadt Bonn Schadensersatz wegen eines mehr als 30-monatigen Baustillstands geltend machen können", erklärte der Bonner Kaufmann am Donnerstag auf Nachfrage.

Hintergrund: Die Stadt wollte das 1929 eröffnete Lichtspielhaus nach erheblichen Protesten der Bürgerinitiative "Rettet das Metropol" nicht aus der Denkmalliste streichen - obwohl das Oberverwaltungsgericht Münster bereits 2008 die Denkmalwürdigkeit des Gebäudes wegen zahlreicher vorheriger Umbauten mit Ausnahme der Fassade verneint hatte. Die Stadt legte Beschwerde gegen das OVG-Urteil ein. Der Streit zog sich bekanntlich bis Herbst 2009 hin, als die Stadt schließlich beim Bundesverwaltungsgericht unterlag.

Nach Informationen des General-Anzeiger geht es insgesamt um einen Streitwert in Höhe von 1,6 Millionen Euro. In welcher Höhe die Immobiliengesellschaft letztlich einen Schadensersatz geltend machen wird, darüber wollte sich Töpfer zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern. Zunächst müsse über die Feststellungsklage entschieden werden, sagte er.

Und das wird wohl noch eine Weile dauern: Nach Angaben von Elke Palm vom städtischen Presseamt prüfen die Juristen im Stadthaus derzeit die Feststellungsklage der Metropol Immobilien Management GmbH, an der auch die Interboden Innovative Gewerbewelten aus Ratingen beteiligt ist. Erwidern Nimptschs Hausjuristen die Klage, dann haben diese sechs Wochen Zeit für die Begründung.

Bis zur Entscheidung läuft der Betrieb auf rund 3 700 Quadratmetern Einzelhandelsflächen und Büros im umgebauten Metropol vermutlich längst auf Hochtouren. Die Thalia-Buchhandlung wird als Hauptmieterin allein 3 300 Quadratmeter nutzen. Laut Unternehmenssprecherin Mirjam Berle will Thalia auch in ihren bisherigen Geschäftsräumen von Bouvier/ Thalia gegenüber dem Uni-Hauptgebäude weiterhin Bücher und Medien anbieten.

Vom Ergebnis der rund 14-monatigen Umbauarbeiten am Metropol zeigt sich Töpfer hochzufrieden. So viel sei hier schon einmal verraten: Im ersten Stock wird ein großes Café zum Verweilen einladen. Vollständig erhalten ist auch der Kuppelsaal, der sich, so Töpfer, hervorragend für Lesungen und andere kulturelle Veranstaltungen eignet.