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Nach Aus in Bonn: Klangwelle zieht eventuell nach Siegburg

Nach Aus in Bonn : Klangwelle zieht eventuell nach Siegburg

Nach dem Aus in Bonn hat Bürgermeister Franz Huhn Interesse bekundet. Renate Hendricks sieht doch Chancen für den Münsterplatz.

Die Klangwelle zieht möglicherweise nach Siegburg um. Bürgermeister Franz Huhn (CDU) hat Interesse angemeldet, das zehn Tage dauernde Spektakel mit Musik sowie Wasser- und Lichteffekten im September in die Kreisstadt zu holen, bestätigte Stadtsprecher Wolfgang Hohn am Montag. "Es sind allerdings noch keine Gespräche geführt worden", sagte er.

Zuvor hatten Klangwellen-Veranstalter Hans-Joachim Fandel und Hans-Wilhelm Eichholz sowie ihr künstlerischer Leiter Roland Nenzel über den aktuellen Stand informiert. Nachdem die Stadt Bonn für den Münsterplatz nach neun Jahren aufgrund drohender Klagen von zwei Anwohnern keine Genehmigung mehr erteilen will, waren andere Plätze in Bonn geprüft worden. Doch keiner erfüllte am Ende die Bedingungen, bedauerten Fandel und Eichholz.

"Der Marktplatz in Siegburg ist dagegen eine ernsthafte Alternative", betonte Eichholz. Wichtigstes Kriterium sei aber, dass genügend Sponsoren das Spektakel unterstützten. Da ein Teil der Finanzierung auch über den Getränke- und Essensverkauf der eigenen Stände gedeckt werde, auf dem Siegburger Markt allerdings mit rund 5 000 Zuschauer pro Abend nur etwa halb so viele Besucher wie auf den Münsterplatz passten, müssten mehr Sponsoren als bisher gefunden werden.

Auf die Frage, ob denn nicht auch die Siegburger Verwaltung an die gleichen Gesetze wie ihre Kollegen in Bonn gebunden sei, meinte Fandel: "Bürgermeister Huhn hat uns versichert, es werde keine Probleme geben". Roland Nenzel machte deutlich, dass jetzt alle politischen Kräfte dafür sorgen müssten, das Landesimmissionsgesetz zu ändern und die Grenzwerte zu erhöhen.

"Schon die Lautstärke unseres Gespräches hier überschreitet die zulässigen Grenzwerte", sagte Fandel. Kurioserweise keine Einschränkung gebe es für das Feuerwerk bei der Klangwelle. "Das unterliegt einem Bundesgesetz", sagte er. Sollte die Klangwelle in Siegburg Erfolg haben, werde man wohl dort bleiben, sagte Eichholz. "Jedenfalls solange, bis wir wieder auf den Bonner Münsterplatz zurückkehren können."

Die Bonner SPD-Landtagsabgeordnete Renate Hendricks sieht dafür ganz gute Chancen: So habe ihr Landesumweltminister Johannes Remmel mitgeteilt, dass die Grenzwerte zwar nicht angehoben werden könnten, aber der Landeserlass genügend Raum für Ausnahmen biete. Diese Spielräume müssten von der Kommune nur offensiv genutzt werden. "Hilfreich wäre es, ein Gesamtkonzept für Veranstaltungen zu entwickeln, bei dem man die Prioritäten der Veranstaltungen in Abwägung aller Interessen transparent festlegt", empfiehlt sie.