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Rat der Muslime in Bonn: Lakhal erhebt Schuldzuweisungen gegen Medien und Stadtverwaltung

Rat der Muslime in Bonn : Lakhal erhebt Schuldzuweisungen gegen Medien und Stadtverwaltung

Karim Lakhal, ehemaliger Sprecher des Rats der Muslime (RMB), erhebt in seiner Rücktrittserklärung schwere Vorwürfe gegen General-Anzeiger, WDR, Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und die Integrationsbeauftragte Coletta Manemann.

Wie berichtet, war der Mittdreißiger am Freitag von seinem Amt zurückgetreten, weil er sich als Opfer einer diffamierenden Medienkampagne sieht. Dabei zeigte er sich auch von der Stadt "menschlich sehr enttäuscht", weil er ein persönliches und klärendes Gespräch nach den Vorwürfen in den Medien gegen ihn vermisse.

Ein halbes Jahr war Karim Lakhal Sprecher des Bonner Rats der Muslime. Bis zu seinem vorzeitigen Rücktritt kam der Familienvater aus den Negativschlagzeilen nicht heraus, weil er mehrfach Syrien-Benefizaktionen unterstützt beziehungsweise selbst organisiert hat, an denen Vertreter radikalislamischer Organisationen beteiligt waren.

Wie auf seiner Facebook-Seite außerdem zu sehen ist, gehören Vertreter des radikalen Islams auch zu seinen "Freunden". So zählt beispielsweise Ibrahim Abou-Nagie dazu, der mit seiner Koranverteilaktion von sich reden macht. Oder auch der ehemalige Linksterrorist und Islamist Bernhard Falk, der 13 Jahre im Gefängnis saß.

Nach Lakhals mehrseitiger Rücktrittserklärung, die in weiten Teilen aus Schuldzuweisungen gegen GA, WDR, OB und Manemann besteht, reagierten die beiden Letzteren gestern äußert knapp: "Die Stadt nimmt den Rücktritt zur Kenntnis", sagte Stadtsprecherin Monika Hörig.

Wie Lakhal in seiner Rücktrittserklärung mitteilte, wird der Rechtsbeirat des RMB kommissarisch die Vertretung des Rats übernehmen. Der 2006 gegründete Zusammenschluss von Moscheen und islamischen Organisationen wird auch unter Muslimen kritisch gesehen. Schon vor Jahren zogen sich engagierte Musliminnen aus dem RMB zurück, weil ihre Ansichten von denen des männerdominierten Gremiums abwichen. Auch die türkischen Moscheen haben sich längst aus dem Rat der Muslime zurückgezogen.