1. Bonn

Projekt „Climpb-Lernferien“ an Bonner Grundschule: Matheunterricht in den Herbstferien

Projekt „Climpb-Lernferien“ an Bonner Grundschule : Matheunterricht in den Herbstferien

In den Herbstferien haben die Schüler der Karlschule eine besonderes Angebot erhalten. Mit dem Projekt „Climb-Lernferien“ helfen ehrenamtliche Lehrerinnen und Lehrer den Kindern bei Mathe und Deutsch. Aber kreativ und ein spielerische Weise.

Was macht man als Schulkind mit diesen Herbstferien? 51 Kinder der Karlschule in der Nordstadt haben eine Alternative zu Verwandtschaftsbesuchen und Videospielen: Sie gehen zwei Wochen lang in die Schule. „Es ist komisch, dass wir in den Ferien lernen“, meint der achtjährige Tan. Aber er findet es cool: „Ich kann hier breakdancen.“

Die „Climb-Lernferien“ sind aber keine Tanzschule. „Es ist ein Ferienprogramm für Kinder in Stadtteilen mit niedrigem Sozialindex“, erklärt Laura Erkan, die das Projekt in Bonn für die in Hamburg gegründete gemeinnützige CLIMB GmbH leitet. Vormittags gibt es Deutsch- und Mathematikunterricht, spielerisch und kreativ, nachmittags Projekte zur Förderung von Stärken und Fähigkeiten. Auch Ausflüge in den Kletterwald und zum Demeterhof Gut Ostler stehen auf dem Programm. In den Gängen hängen Briefkästen mit den Namen der „LuL“s, der ehrenamtlichen Lehrerinnen und Lehrer, vor allem Studierende aus dem pädagogischen Bereich. Sie bekommen täglich Briefe von den Kindern, die sie auch immer beantworten.

Und in den Klassenräumen sieht man Darstellungen des Schiffs „MS Climb“, das die Kinder mit verschiedenfarbigen Containern füllen sollen, die sie sich verdienen müssen. Sie stehen für Durchhaltevermögen, Planungs- und Umsetzungskompetenz, Rücksicht, Selbstbewusstsein und Teamfähigkeit. Man will positive Bildungserfolge erreichen, sagt Erkan. „Viele Kinder machen die Erfahrungen, dass man ihnen sagt: Du bist nicht gut genug.“ Man wolle die Kinder motivieren, über sich selbst hinauszuwachsen, indem man ihre Stärken fördert.

Über seine Stärken ist sich Tan schon im Klaren. Von Judo bis Klavierunterricht hat er schon einiges ausprobiert, momentan steht Breakdance hoch im Kurs. Bei den Mathe-Lernstunden kann er auch mal zeigen, was er kann: Da wird Musik gespielt, die Kinder bewegen sich dazu, und stoppt die Musik, rufen die Lehrer eine Rechenaufgabe. Auf dem Boden liegen Zettel mit Zahlen, die Lösung sollen die Kinder mit den Füßen zeigen.

Karin (9) war schon für ein Tanzkurs-Camp in den Ferien angemeldet, entschied dann aber: „Für die Zukunft ist Schule wichtiger als Tanzen.“ Rebekka Lalla gehört zu den „LuL“s. Sie studiert in Bonn auf Lehramt, eigentlich fürs Gymnasium. „Man lernt hier auch andere pädagogische Kniffe, die man zum Beispiel in der Sekundarstufe I anwenden kann.“

Bonn ist der siebte Standort für das Lernferien-Programm von Climb. Es ist angelegt auf mehrere Jahre, in der Regel kommen laut Erkan viele der Schüler auch wieder. Der Start wird von der Bonner Ließem Stiftung finanziert. Man hofft, dass bei Erfolg die Stadt Bonn künftig die Finanzierung übernimmt, und will Erkan zufolge auch weitere Grundschulen in Bonn mit ins Boot holen.