1. Bonn

Neues Gerätehaus für Feuerwehr: Mehr Platz für Einsatzkräfte

Neues Gerätehaus für Feuerwehr : Mehr Platz für Einsatzkräfte

Oberbürgermeisterin Katja Dörner hat das Gerätehaus an die Freiwillige Feuerwehr Röttgen offiziell übergeben. Die Stadt investierte 1,19 Millionen Euro in die aufwendige Sanierung.

Es juckte Katja Dörner in den Fingern, mal den Kickertisch zu testen, der in einem der Räume im neuen Gerätehaus der Röttgener Feuerwache für die Jugendabteilung aufgestellt wurde. Mit diesem Freizeitsport kenne sich die Bonner Oberbürgermeisterin sehr gut aus. Aber sie war nicht deswegen am Montagvormittag in die Witterschlicker Allee 301 gekommen, sondern um das neue Gebäude zu besichtigen und offiziell der Löscheinheit 44 zu übergeben.

Die bisherige Unterkunft musste abgerissen und neu gebaut werden. Rund 1,19 Millionen Euro hat der 203 Quadratmeter große Anbau an die bestehende Wagenhalle gekostet. Für die 30 Feuerwehrmänner und -frauen sowie für die Nachwuchsabteilung ändert sich dadurch einiges. Schon die Umkleidekabinen mit Spinden, eine große für Feuerwehrmänner und eine kleinere für Feuerwehrfrauen, sind ein Fortschritt: „Man muss sich nicht mehr in der Fahrzeughalle umziehen“, sagte Löscheinheitsführer Ralf Broch. Dazu gibt es Duschräume, ebenfalls nach Geschlecht getrennt.

Neben dem früheren Haus gab es keinen Platz für Fahrzeuge, laut Broch mussten die Mitglieder ihre Autos auf der gegenüberliegenden Parkfläche abstellen, die eigentlich Edeka-Kunden vorbehalten ist. Das hat sich geändert, jetzt haben bis zu sieben Fahrzeuge an der Seite Platz.

Dort kann man auch zum Hintereingang des neuen Gerätehauses durchgehen. Im Erdgeschoss kann man von den Umkleiden sofort in die Wagenhalle gehen, die technisch modernisiert wurde. Im Obergeschoss finden sich eine Küche und ein Büro für die Führungskräfte. Endlich habe die Einheit eines, sagte Broch und freute sich. Zudem gibt es nun einen richtigen Versammlungsraum mit Beamer und Leinwand. Bislang habe man da in einem schlauchartigen Raum gesessen, „wie in der Straßenbahn“, so der Brandoberinspektor. „Das ist jetzt wirklich schon eine Erleichterung für uns.“

Der Umbau begann im Juni 2019, im September dieses Jahres konnte das neue Gebäude in Betrieb genommen werden. Technisch ist es laut Lutz Leide, Betriebsleiter des Städtischen Gebäudemanagements, auf dem neuesten Stand: Es verfügt über Gaspanels, Wärmerückgewinnung, klimatische und energetische Standards. Das Dach sei vorgerüstet für Photovoltaik-Anlagen, die bei Bedarf installiert werden könnten, sagte er. Allerdings sei die Lage des Gebäudes dafür suboptimal wegen der umliegenden Bebauung und Bepflanzung. Nicht zuletzt hat das Gebäude einen Anschluss für Fremd­stromeinspeisung erhalten, über den das Gebäude bei Stromausfall mit Energie versorgt werden kann. Leide war zufrieden. Das neue Bauwerk füge sich gut in den umliegenden Bestand ein.

„Wir sind als Stadt Bonn sehr dankbar, dass wir uns jederzeit rund um die Uhr auf die Feuerwehr hier in Bonn verlassen können“, sagte Dörner. Sie dankte den hauptberuflichen und ehrenamtlichen Feuerwehrleuten für ihren Einsatz, nicht nur bei der Brandbekämpfung und ihren anderen Aufgaben. Die Feuerwehr sei auch in der Brauchtumspflege von unschätzbarem Wert, auch wenn es in diesem Jahr weniger Anlässe gab, die sie hätte begleiten können. Und auch die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen sei sehr wertvoll, da sie dadurch lernten, Verantwortung zu übernehmen und Erfahrungen in einer Gemeinschaft zu machen.

Die 1907 gegründete Freiwillige Feuerwehr Röttgen zog im Jahr 1973 in das jetzige Gebäude ein, einen ehemaligen Stall mit Fachwerkelementen. Viel wurde seitdem an der Wagenhalle seitdem nicht gemacht. Für Jochen Stein, Leiter der Bonner Berufsfeuerwehr, ist es wichtig, dass die Löscheinheiten in gutem Zustand sind. Dafür brauche man neben modernen Fahrzeugen und Schutzkleidung auch „Gebäude, die funktionieren“. Er lobte, dass die Röttgener Feuerwehrleute selbst auch viel Herzblut in die Baumaßnahme eingebracht hatten.

Die Röttgener Feuerwehr fährt durchschnittlich etwa 30 Einsätze im Jahr. 2020 waren das laut Broch fünf kleinere Einsätze bei Bränden. Daneben unterstützte man die Bonner Feuerwehr bei Unwettereinsätzen, einigen Bombenfunden und Unterstützung beim Aufbau des Corona-Abstrichzentrums an der Petra-Kelly-Allee. Das ist ein ganz neues Aufgabenfeld. „Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass es beim Impfzentrum auch die eine oder andere Verwendung für die Freiwillige Feuerwehr gibt“, sagte Stein.