Mikado hilft Migranten bei Stellensuche

Neues Projekt für Einwanderer zwischen 15 und 27 Jahren sucht Betriebe, die Jobs jeder Art anbieten

Bonn. Die jungen Frauen und Männer sind motiviert, haben ein klares Ziel vor Augen: einen Ausbildungsplatz. Der eine will Mediengestalter, die andere medizinische Fachangestellte, noch eine andere Einzelhandelskauffrau werden.

Doch oft ist es schon ihr ausländischer Name, der potenzielle Arbeitgeber abschreckt. Oder der Lebenslauf, aus dem hervorgeht, dass manche erst vier, fünf Jahre in Deutschland leben. Oder das Kopftuch. Wie im Falle von Khadija Guerri: "Wenn ich eine Ausbildungsstelle haben will, muss ich auf das Kopftuch verzichten", hat die 26-Jährige festgestellt, die vor zweieinhalb Jahren als Alleinerziehende mit ihrem achtjährigen Sohn aus Marokko nach Deutschland kam.

Mikado, ein neues Modellprojekt des Jugendmigrationsdienstes (JMD), soll Khadija Guerri, Ifrah Mohamed, Murphy Miranda und anderen jungen Ausländern und Einwanderern im Alter von 15 bis 27 Jahren nun helfen, eine Ausbildungsstelle zu finden.

JMD-Projektleiterin Vesna Varga stellte jetzt im Jugendzentrum St. Cassius in der Kölnstraße das Projekt der Öffentlichkeit vor: "Mikado besteht aus vier Bausteinen", sagte sie. Mit Exkursionen und Workshops in Betrieben und Unternehmen sollen die jungen Teilnehmer verschiedene Berufe näher kennen lernen und erste Kontakte knüpfen. Der "Betriebepool" ist ein zweiter Baustein.

"Damit sollen die jungen Bewerber möglichst passgenau Stellen in Betrieben der Region finden", so Varga: sei es erst einmal ein Praktikum oder im Idealfall ein Ausbildungsplatz. Ein weiterer Baustein ist ein Jobtreff. Dort bekommen die Stellensucher Hilfe beim Bewerbungsschreiben und trainieren Vorstellungsgespräche, aber auch im Internet nach Stellen zu suchen. Oder sie bekommen vom JMD Stellen genannt, auf die sie sich bewerben können.

Viertens können die Bewerber bei Mikado mit Berufslotsen zusammenkommen, die selbst Migranten sind, aber bereits eine Stelle haben und deshalb wichtige Tipps für die Suche geben können. Jetzt, da Khadija ein gutes Zeugnis mit Abschluss Fachoberschulreife in der Tasche hat, schöpft sie neue Hoffnung, über den Mikado-Betriebepool für nächstes Jahr eine Ausbildungsstelle zu finden. Doch bis dahin will sie - wie die anderen jungen Bewerber - nicht untätig sein: "Bis zum August nächsten Jahres mache ich Praktika." Das erste ist nun eins bei einem Kinderarzt, die weiteren hofft sie nicht zuletzt mit Hilfe von Mikado zu finden.