1. Bonn

Mitarbeiterin verklagt Deutsche Welle wegen Mobbings - ohne Erfolg

Mitarbeiterin verklagt Deutsche Welle wegen Mobbings - ohne Erfolg

Prozess vor dem Arbeitsgericht - Sie wollte nur die Blumen gießen

Bonn. Gut 15 Jahre ist Tina F. (Name geändert) schon bei der Deutschen Welle (DW) tätig. Seit geraumer Zeit hat sie ihr Büro nicht mehr betreten, sie ist krank. Offensichtlich handelt es sich um eine psychische Erkrankung, und daran sei nicht zuletzt ihr Arbeitgeber schuld, sagt sie. Sie hat die DW wegen Mobbings verklagt. Ihr Fall wurde jetzt im Arbeitsgericht Bonn vor der vierten Kammer verhandelt.

Neben dem Mobbingvorwurf - so fühlt sich die Klägerin durch Kollegen und Vorgesetzte gleichermaßen drangsaliert - geht es ihr auch um verschiedene Abmahnungen, die aus ihrer Sicht ungerechtfertig sind. Eine hat sie kassiert, weil sie sich Urlaub genommen hatte, ohne dass dieser genehmigt worden war.

Eine andere, weil sie den Schreibtisch eines Kollegen durchsucht haben soll. Und eine dritte, weil sie eine Kollegin schwer beleidigt haben soll. Die Klägerin, die ihren Anwalt kaum zu Wort kommen lässt, bestreitet die Gründe für die Abmahnungen vehement. Sie sei damals von einer Genehmigung ihres Urlaubs ausgegangen, sagt sie, und den Schreibtisch habe sie auch nicht durchsucht.

Sie habe lediglich die Blumen des Kollegen gießen wollen und dabei zufällig seine Unterlagen gelesen. Während sie sich in Rage redet, versuchen ihr Rechtsbeistand und der Anwalt der DW, der ehemalige NRW-Justizminister Jochen Dieckmann, eine gütliche Lösung zu finden. Sie solle auf jeden Fall einen anderen Arbeitsplatz bei der DW erhalten, wenn sie wieder gesund sei, versichert Dieckmann.

Doch die Frau hört weder auf ihn noch auf ihren eigenen Anwalt. "Da werde ich doch nur abgeschoben", ruft sie laut in den Saal. Jetzt wirkt ihr Anwalt etwas ratlos. Am Ende weist der Richter die Klage der Frau ab. Dieckmann kommentiert: "Gerade die Deutsche Welle kümmert sich vorbildlich darum, dass es in ihrem Haus nicht zum Mobbing kommt."