Grüngestaltung in Bonn 190.000 Euro für neue Pflanzen auf dem „Platz des Grundgesetzes“

Bonn · Pünktlich zum 75. Jubiläum des Grundgesetzes im Mai soll der frühere „Platz der Nationen“ an der A 562 in Höhe der B 9 in „Platz des Grundgesetzes“ benannt und neu bepflanzt werden. Die Stadt Bonn nennt die Gründe für die Pflanzaktion, die rund 190.000 Euro kosten soll.

 Die alten Lavendelstauden waren in der Pflege zu teuer geworden. Jetzt lässt die Stadt Bonn auf dem künftigen „Platz des Grundgesetzes“ an der A 562 für rund 190.000 Euro insektenfreundliche Blumen und Kräuter aussäen.

Die alten Lavendelstauden waren in der Pflege zu teuer geworden. Jetzt lässt die Stadt Bonn auf dem künftigen „Platz des Grundgesetzes“ an der A 562 für rund 190.000 Euro insektenfreundliche Blumen und Kräuter aussäen.

Foto: Benjamin Westhoff

Rechtzeitig zum 75. Jubiläum des Grundgesetzes am 23. Mai soll der ehemalige „Platz der Vereinten Nationen“ und künftige „Platz des Grundgesetzes“ in Szene gesetzt werden: Seit Montag lässt die Stadt Bonn auf dem Platz an der A 562 an der B 9 insektenfreundliche und pflegeleichte Pflanzen und Kräuter vorwiegend in Blau-Weiß, also den Farben der UN-Flagge, aussäen.

Die neuen Pflanzen sollen dem städtischen Presseamt zufolge das Gros der 2005 gesetzten 70.000 Lavendelstauden rund um die 191 Flaggen der UN-Mitgliedsstaaten ersetzen. Die Kosten für die Neubepflanzung belaufen sich auf 190.000 Euro – die Pflege für zwei Jahre inbegriffen.

Ein Pflanzprojekt, das bereits in der vorigen Ratsperiode beschlossen worden war, erinnert sich CDU-Ratsherr Christian Gold. Hintergrund waren die sehr hohen Pflegekosten für die Lavendelpflanzen in Höhe von bis zu 85 000 Euro im Jahr, so das Presseamt auf GA-Nachfrage. Die Kosten hätten 2017 zwar durch eine verminderte Pflegeintensität auf rund 30.000 Euro herabgesenkt werden können, doch über die Jahre seien sie wieder auf rund 45.000 Euro angestiegen. „Durch die Umgestaltung können die Unterhaltungskosten nun auf circa 15.000 Euro gesenkt werden“, so das Presseamt. Da die Fläche einst mit Fördermitteln des Bundes hergestellt worden sei und es eine Bindefrist gab, in welcher die Fläche nicht verändert werden durfte, könne die Umgestaltung erst jetzt beginnen. Andernfalls hätte die Stadt Bonn die damaligen Fördergelder in Höhe von 244.000 Euro zurückzahlen müssen.

Ringförmige Blühstreifen

Die Samen für die neuen Pflanzen sollen in den gewohnten ringförmigen Blühstreifen in die Erde kommen. Zwei der Blühringe werden eigene Mischungen des Amtes für Umwelt und Stadtgrün schmücken. Sie bestehen größtenteils aus heimischen Kräutern, wie Wiesensalbei und -kerbel. Einen weiteren Ring wird die Mischung „Blaulicht“ mit artenreichen, blau-gelben Wildstauden zieren. Die Gewächse blühen zeitlich versetzt und sollen dem ehemaligen Platz der Vereinten Nationen, der seit 2008 namenlos ist und im Mai feierlich zum „Platz des Grundgesetzes“ ernannt werden soll, dann über mehrere Monate Farbe verleihen. Dann sollen die neuen Pflanzen bis in den obersten Blühstreifen mit den Lavendelstauden hineinreichen, die noch frisch sind und stehen bleiben sollen. Den neuen Namen hat die Verwaltung vorgeschlagen, die zuständige Autobahn GmbH habe der Benennung zugestimmt.

Doch nicht nur die Optik spielt eine Rolle, wie Jan Stiller vom Amt für Umwelt und Stadtgrün in der städtischen Pressemitteilung erklärt: „Die heimischen Kräuter sehen in ihrer Blüte schön aus und bieten gleichzeitig Nahrung und Lebensraum für Insekten. Damit verhelfen sie zu mehr Artenvielfalt. Mit Blick auf die angrenzende Autobahn besteht ein weiterer Vorteil darin, dass sie Feinstaub binden und so zu einem besseren Mikroklima beitragen.“ Außerdem seien die neuen Pflanzen pflegeleichter und damit kostengünstiger.

Für weitere Teile der Grünanlage sowie die Brücke der B9 prüfe die Stadtverwaltung derzeit, ob die Nutzung von Photovoltaik möglich ist. Das hatte der Finanzausschuss im vorigen Dezember beschlossen. Falls die Flächen nicht mit Photovoltaikanlagen bestückt werden könnten, soll geprüft werden, ob eine Aufforstung möglich ist.

Das Ziel, Flächen im Stadtgebiet ökologisch aufzuwerten, verfolge das Amt für Umwelt und Stadtgrün seit einigen Jahren, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Mit heimischen und nachhaltigen Mischbeeten habe es bereits rund 120 Beete auf 7000 Quadratmetern nachhaltiger gestaltet, zum Beispiel am Rheinufer, am Koblenzer Tor oder an der Godesberger Allee.

Mehr Informationen zum Thema hält die Stadtverwaltung unter bonn.de/staudenbeete bereit.

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