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Neues Gutachten zum Wert des Denkmals

Neues Gutachten zum Wert des Denkmals

Metropol: Initiative lässt Akten auswerten

Bonn. "Das Metropol ist heute wesentlich hochwertiger als in den 50er Jahren", sagte Matthias Keuthen, Vorsitzender von "Pro Metropol". Die Bürgerinitiative hat ein Gutachten zum Denkmalwert des Lichtspieltheaters am Bonner Markt in Auftrag gegeben.

Grundlage sind zehn Ordner mit Dokumenten, Plänen, Fotos, Tapetenresten und Farbproben, die der Berliner Architekt Wolf-Rüdiger Borchardt in den 80er Jahren bei der Sanierung des Hauses zusammengetragen hat.

Bei einer Pressekonferenz erinnerte Keuthen an die Geschichte des Hauses. "Das Metropol ist einzigartig, weil die Anordnung der Räume den Übergang in den 20er Jahren vom Theater zum Kinopalast dokumentiert", sagte er. Im Krieg sei das Haus beschädigt und dann relativ einfach wiederhergerichtet worden.

Als man das Denkmal in den 80er Jahren umgebaut und renoviert habe, seien Dinge zum Vorschein gekommen, die man für verschollen gehalten habe, wie etwa Teile der Wandtapeten. "Die Restauratoren konnten so den Zustand der 20er Jahre zu 98 Prozent herstellen", sagte Keuthen. Nicht die Streichung aus der Denkmalliste, wie von den Eigentümern beantragt ( der GA berichtete), sondern eine neue, detailliertere Eintragung in die Denkmalliste sei erforderlich.

Bestätigt sehen Bürgerinitiative und Arbeitskreis zur Erhaltung des historischen Stadtgefüges ihre Haltung in einem kürzlich vom Verwaltungsgericht Köln veröffentlichten Urteil, wonach die Nutzung an das Denkmal, und nicht das Denkmal an die Nutzung angepasst werden muss. Einem Abriss sei erst dann zuzustimmen, wenn "ein dem Denkmalschutz aufgeschlossener Eigentümer von einem Baudenkmal keinen vernünftigen Gebrauch machen und es auch nicht veräußern kann".

Kritik übte die Bürgerinitiative an der Politik. Es fehle die Bereitschaft, sich positiv mit der Zukunft des Kinos auseinanderzusetzen. "Es gibt einige, die das Metropol offensichtlich weghaben wollen", so Keuthens Eindruck. Die Initiative bereite ein Bürgerbegehren vor für den Fall, dass der Rat dem Umbau des Kinos zustimme.

Unter dem Motto "Künstler fürs Metropol" findet am Sonntag, 11. März, ein Benefiz-Konzert im Frauenmuseum statt. Robert Kreis präsentiert dort Schellack-Schätze aus den 20er Jahren.