OB für Verstärkung des Ordnungsdienstes in Bad Godesberg

Die Chance, den Oberbürgermeister einfach mal persönlich auf die Belange des Stadtteils anzusprechen, haben am Samstagmittag auf dem Theaterplatz eine ganze Reihe Bürger ergriffen.

OB für Verstärkung des Ordnungsdienstes in Bad Godesberg
Foto: Roland Kohls

Bad Godesberg. Die Chance, den Oberbürgermeister einfach mal persönlich auf die Belange des Stadtteils anzusprechen, haben am Samstagmittag auf dem Theaterplatz eine ganze Reihe Bürger ergriffen.

Er wolle hier ganz ungezwungen zur Qualität des Einkaufsstandorts und zur Sicherheitslage im Ex-Diplomatenstadtteil Rede und Antwort stehen, sagte Jürgen Nimptsch dem GA auf dem Bürgerfest der SPD Bad Godesberg Nord.

Bürger kritisierten, warum denn schon wieder "so ein Laden", zum Beispiel jüngst ein Wettbüro in Friesdorf, aufmache. "Wir haben das schon im Blick, haben aber nicht immer eine Handhabe, tätig zu werden", sagt Nimptsch. Natürlich habe sich Bad Godesberg in den vergangenen Jahren sehr verändert, "von allen Bonner Stadtteilen sicher auf das Deutlichste".

In Hauptstadtzeiten sei es für den Bad Godesberger das normale Lebensgefühl gewesen, "dass alle fünf Minuten ein Polizeiauto vorbeifuhr", brachte der Oberbürgermeister die Sicherheitsthematik ins Spiel. Dieser Service könne und brauche heute natürlich nicht mehr geboten werden. Bad Godesberg sei inzwischen in der Normalität angekommen.

Die gerade durch eine Sendung des Privatfernsehens geschürte Angst vor erhöhter Kriminalität im Ex-Diplomatenviertel sei zunächst oft eher "ein subjektives Gefühl", allerdings hätten Ex-Stadtdirektor Volker Kregel und er schon vor Monaten auch mit Blick auf Bad Godesberg über Veränderungen nachgedacht.

Aber schon beim ersten Schritt, in der Rheinaue den Sicherheitsdienst gegen Vandalismus mit zusätzlichem Personal auszubauen, sei der Rat lieber einen anderen Weg gegangen. Und jetzt schauten dort abends freiwillige städtische Beschäftigte auf Überstundenbasis nach dem Rechten. Man müsse, so Nimptsch, aber noch einmal prüfen, ob der städtische Ordnungsdienst in Bad Godesberg nicht doch ausgeweitet werden könne.

Genau das müsse zu einem Thema der städtischen Personaldiskussion werden. Was wird aus den beiden Godesberger Freibädern? Und bleiben die Kammerspiele?, heißen GA-Fragen nur einen Katzensprung von der Schauspielbühne des Bonner Theaters entfernt. Der OB seufzte. "Wir werden in allen Bereichen finanziell zurückfahren müssen." Man könne jetzt nicht genau sagen, wen Sparbeschlüsse treffen könnten, ließ sich Nimptsch nicht festlegen.

Eigentlich sei angedacht, nur ein Freibad pro Stadtteil offen zu halten. Aber beim Friesdorfer Bad entwickle sich doch eine erfreuliche Alternative. Er hoffe aber generell ab Januar auf eine breite Bürgerbeteiligung in diesen Fragen. Der Bürger könne sich dann äußern, welche Einrichtungen ihm besonders wichtig seien.

Beim nun schon 36. SPD-Bürgerfest sprangen derweil die Kinder auf der Hüpfburg um die Wette. Stephan Eickschen, Hillevi Burmester und andere Genossen steckten mit Bürgern im Gespräch. SPD-Fraktionsführer Wilfried Klein diskutierte mit. Bonns SPD-Vorsitzender Ernesto Harder hatte für die Atomkraftwerkspolitik im Bund und die Weichenstellung der neuen Landesregierung den Kopf hinzuhalten.

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Wie geht es vor dem Hintergrund der neuen NRW-Schulpolitik im Pennenfelder Schulzentrum weiter?, fragt der GA. "Da wird jetzt sicher nichts abgewickelt", antwortete Harder mit Blick auf die Johannes-Rau-Haupt- und die Carl-Schurz-Realschule. Innerhalb des kommenden Schuljahrs passiere garantiert nichts. "Wir wollen ja bewusst die Menschen vor Ort mitnehmen. Gemeinschaftsschulen werden nur in Absprache vor Ort entstehen."