1. Bonn

Oberverwaltungsgericht begutachtet Metropol

Oberverwaltungsgericht begutachtet Metropol

Richter müssen prüfen, ob das Denkmal noch ein Denkmal ist

Bonn. Unter die Diskussion um die Zukunft des Metropols wird auch am 18. Juni kein Schlussstrich gezogen. Zwar entscheidet der Rat dann darüber, ob der Antrag der Hauseigentümer auf Umbau des Denkmals zu einer Thalia/Bouvier-Buchhandlung genehmigt oder abgelehnt werden soll.

Doch wenige Stunden zuvor beschäftigt sich auch das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster mit dem Gebäude, nachdem es die Berufung der Hauseigentümer gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts (VG) Köln vom 12. Oktober 2007 zugelassen hatte. Die Kölner hatten der Auffassung der Eigentümer widersprochen, wonach das Metropol durch erhebliche bauliche Veränderungen, die nach der Eintragung in die Denkmalliste vor 20 Jahren erfolgten, kein Denkmal mehr sei.

In dem Berufungsverfahren will das OVG nun prüfen, "ob beziehungsweise unter welchen Voraussetzungen fortschreitende Veränderungen eines Denkmals zum Wegfall der Denkmaleigenschaft führen können und ob im vorliegenden Fall ein Identitätsverlust des Denkmalobjekts eingetreten ist". Am 18. Juni wollen sich die Juristen zunächst vor Ort einen Eindruck über den Zustand des Metropols verschaffen; wann mit dem Urteil zu rechnen ist, steht nicht fest.

Sollten die Münsteraner anders urteilen als das VG, könnte das Gebäude umgebaut werden - wie immer auch. Für diesen Fall schließt Markus Schütz, Abteilungsleiter im Planungsamt, weitere juristische Schritte nicht aus: "Die Angelegenheit könnte sich dann weiter verzögern."

Derweil prüfen die Initiatoren des Bürgerbegehrens "Rettet das Metropol" die Empfehlung der Stadtverwaltung an den Rat, die "Unzulässigkeit des Begehrens festzustellen", da es "nicht die in der Kommunalverfassung festgelegten Voraussetzungen erfüllt" (der GA berichte).

Matthias Keuthen, Sprecher der Aktion "Pro Metropol", die das Bürgerbegehren mitinitiiert hat, sagte dem GA: "Wir sind sehr optimistisch, dass wir die Argumentation der Stadt gut angreifen können."