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Rund um den Idiotentest ranken sich Märchen

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TÜV Medinghoven: Vor der medizinisch-psychologischen Untersuchung ist Beratung wichtig

Medinghoven. (gts) "Über die medizinisch-psychologische Untersuchung wird viel erzählt", sagt Bernd Gummert, psychologischer Gutachter beim TÜV. "Leider nicht immer das Richtige." Eine kleine Gruppe hat sich im TÜV-Gebäude an der Burg Medinghoven versammelt, um sich von Gummert über die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) informieren zu lassen. Das ist die Untersuchung, die in manchen Fällen vor der Wiedererteilung der Fahrerlaubnis durchgeführt wird.

Gummert klärt die Anwesenden über die Hintergründe der MPU auf. "Früher erteilte man Leuten, die mehrfach wegen Alkoholkonsums auffällig geworden waren, den Führerschein nach der Sperrfrist einfach wieder. Das geht natürlich so nicht mehr."

Für diejenigen, die eine MPU vor sich haben, ist eine richtige Vorbereitung das wichtigste. Gummert: "Wir wollen den Leuten in unseren Beratungsgesprächen ja keine Angst machen." Es gebe viele falsche Vorstellungen über das, was bei der MPU tatsächlich passiert, die Durchfallquote sei leider recht hoch. Der typische Ablauf des Führerscheinentzugs und dem Antrag auf Wiedererteilung wird anhand eines Beispiels von Alkoholauffälligkeit besprochen. Es sei klar, dass ein Mensch, der wahrscheinlich wieder im alkoholisierten Zustand Auto fahren wird, den Führerschein nicht bekommen kann.

"Manche verstehen das einfach nicht." Den Gutachtern etwas vorzulügen sei so gut wie unmöglich. Die müssten in einem solchen Fall eine ungünstige Prognose stellen. Und ein schlechtes Gutachten nützt niemandem etwas, auch nicht den Gutachtern. "Und die Betroffenen sollten sich gut überlegen, ob sie schon bereit sind, das Geld dafür auf den Tisch zu legen." Schließlich kostet die MPU mindestens 370 Euro.