1. Bonn

Schlossbachschule in Bonn-Röttgen wird saniert

Schule in Bonn-Röttgen : Bauarbeiten an der Schlossbachschule in vollem Gange

Auf der Großbaustelle der Schlossbachschule in Bonn-Röttgen herrscht Hochbetrieb. Die Schule ist zurzeit eine regelrechte Großbaustelle. Auch an anderer Stelle nutzt die Stadt die Urlaubszeit für viele Sanierungsprojekte.

Ferienzeit ist immer auch Bauzeit für die Stadt Bonn. Das bekommen Autofahrer auf den Straßen schmerzlich zu spüren. Schülerinnen und Schüler haben es dagegen besser: Sie sind vermutlich im Urlaub, im Schwimmbad oder unternehmen andere schöne Dinge, während in ihrer Schule kräftig gewerkelt wird. Wie zum Beispiel an der Schlossbachschule in Röttgen.

Die Schule ist zurzeit eine regelrechte Großbaustelle. Bereits seit Ende März 2019 laufen dort die Arbeiten für die Sanierung und Erweiterung der Grundschule am Herzogsfreudenweg. Die Bestandsgebäude stammen aus dem Jahr 1962 und waren dringend sanierungsbedürftig. Zudem muss die Schule erweitert werden, weil die Schülerzahl mittlerweile auf rund 300 gewachsen ist, wie Lehrerin Nuria Heuser bei einer Ortsbesichtigung auf der Baustelle berichtet. Mit dabei sind Lutz Leide, Chef des Städtischen Gebäudemanagements (SGB), sein Teamleiter Volker Assenmacher und Stadtsprecherin Monika Hörig. Sie macht darauf aufmerksam, dass es sich bei dem Schulbauprojekt vom Investitionsvolumen her um das drittgrößte Projekt nach der Gesamtschule Bonns Fünfte und dem Robert-Wetzlar-Berufskolleg handelt. Rund 11 Millionen Euro investiert die Stadt Bonn nach bisherigem Stand in die Schlossbachschule.

Was geschieht dort im Einzelnen: Vier der Bestandsgebäude werden umgebaut und energetisch sowie brandschutztechnisch saniert. Dort werden dann insgesamt 13 multifunktional nutzbare Klassenräume zur Verfügung stehen. Zwei Bestandsgebäude sind bereits fertig saniert und seit vorigem Jahr auch wieder in Betrieb, die übrigen Bauteile können nach den Sommerferien beziehungsweise voraussichtlich im Frühjahr 2021 wieder genutzt werden. Auch die Sanierung der Turnhalle ist in vollem Gange. Nach Schadstoffsanierung, Arbeiten an Rohbau, Dach und Fenstern sowie der Vorinstallation der Sportgeräte beginnen dort nun die Installationen von Strom-, Heizung und Sanitäranlagen.

Der Neubau ist im Rohbau fertig. Dachdeckerarbeiten, Fensterarbeiten, Trockenbau und Installationen sind weitestgehend abgeschlossen. Auch wurde ein Aufzug eingebaut, damit das Schulgebäude künftig barrierefrei ist. Die Ferien nutzt das SGB zudem, das Außengelände herzurichten. Voraussichtlich im Oktober wird das Gebäude übergeben.

„Der Erweiterungsbau entspricht der Qualität eines KfW Effizienzhauses 55 mit Passivhauskomponenten“, erklärt Fachmann Leide. Einfacher ausgedrückt: Der Neubau ist so umweltfreundlich, dass im Winter kaum geheizt werden müsse. „Wenn sich alle disziplinieren“, schiebt Leide hinterher. Heißt, die Fenster dürften höchsten zur Stoßlüftung geöffnet werden. Bei einer dauerhaften Öffnung wäre der Effekt dahin. Lehrerin Heuser versichert: „Unsere Schüler öffnen ohnehin nicht eigenmächtig die Fenster“. Allerdings verweist sie auf eine mögliche Konfliktsituation, die sich nun ergeben hat: „Wegen Corona sollen wir ja eigentlich viel lüften.“

Assenmacher lobt ausdrücklich die Lehrer- und Schülerschaft der Schlossbachschule, die in den vergangenen Monaten viel Lärm und Schmutz erdulden mussten und auch in der nächsten Zeit davon nicht verschont bleiben. Voraussichtlich im Frühjahr 2021 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Ein dickes Lob sprechen Leide und Assenmacher Hausmeister Abdelmajid Zarraa aus. „Der Hausmeister ist für uns eine wichtige Person bei dem Bauvorhaben. Er ist immer ansprechbar, weil er auf dem Schulgelände wohnt“, sagt Leide. „Was aber manchmal auch nicht von Vorteil ist, wenn zum Beispiel Schüler etwas vergessen haben und abends klingeln“, meint er mit einem Schmunzeln. Der Hausmeister freut sich sichtlich über das Lob, Zeit zum Gespräch hat er nicht. Die Bauarbeiter stehen quasi Schlange, jeder hat ein anderes Anliegen, das noch geklärt werden muss.

Leide nutzt die Ferienzeit auch für eine Tour über die Schulbaustellen im Bereich der Stadt Bonn, wie er sagt. Dabei hat der Bauingenieur, der erst seit vorigem Jahr das SGB leitet, bereits einige Schulgebäude genauer unter die Lupe genommen. Es gebe durchaus noch viel Sanierungsbedarf, räumt er im Gespräch mit dem GA ein, doch insgesamt sieht er den baulichen Zustand der Bonner Schulen auf einem „guten Niveau“.