Kommune warnt vor Überlastung Stadt Bonn plant 121 neue Stellen im Gebäudemanagement

Bonn · Schulen, Kitas, Großsanierungen: Das SGB hat laut Stadtverwaltung nicht genug Leute, um alle Aufgaben zu bewältigen. Die Ratsfraktionen genehmigen den ersten Schritt für deutlich mehr Stellen. Die Zusatzkosten liegen bei 8,5 Millionen Euro im Jahr.

 Die Fassade der Oper muss seit 2020 mit Netzen gesichert werden – eine der vielen Aufgaben für das SGB.

Die Fassade der Oper muss seit 2020 mit Netzen gesichert werden – eine der vielen Aufgaben für das SGB.

Foto: Meike Böschemeyer

Das Städtische Gebäudemanagement Bonn (SGB) bekommt deutlich mehr Personal, um seine wachsenden Aufgaben zu erfüllen. Allein in diesem Jahr sollen es 41 neue Vollzeitstellen sein. Der zuständige Betriebsausschuss fasste diesen Beschluss einstimmig, die geplante Abstimmung im Rat am Donnerstagabend ist nur noch Formsache. Weitere 80 Stellen sollen bis 2024 noch hinzukommen.

Das SGB hat bisher 467 volle Stellen. Unter den Beschäftigten sind neben Ingenieuren, Technikern und Architekten auch rund 190 Hausmeister für die mehr als 1000 städtischen Immobilien. Die zusätzlichen Personalkosten für die geplanten 121 neuen Stellen beziffert das SGB auf insgesamt 8,5 Millionen Euro pro Jahr ab 2025. Nicht eingerechnet sind dabei weitere 19 Stellen für die Unterbringung von Geflüchteten vor allem aus der Ukraine: Diese Posten, bei denen es unter anderem um den Betrieb von Notunterkünften und gemieteten Objekten geht, hatte sich die Stadtverwaltung schon im Mai vom Rat genehmigen lassen.

Die Stadtspitze begründet den Bedarf mit einer „prekären Personalsituation, insbesondere im Bereich der Bauunterhaltung“. Die ordnungsgemäße Erfüllung von Pflichtaufgaben sei derzeit nicht mehr sichergestellt. „Hierzu zählen beispielsweise notwendige Mängelbeseitigungen aus TÜV-Prüfungen, Gefährdungsbeurteilungen sowie Wartungen und Prüfungen zum Beispiel an elektrischen Anlagen“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Das SGB hat neben der stockenden Modernisierung der Beethovenhalle mehrere Großprojekte vor der Brust. Das Stadthaus muss saniert oder durch einen Neubau ersetzt werden, ebenso die Oper. Die denkmalgeschützte, teilgesperrte Stadthalle Bad Godesberg steht dringend zur Sanierung an. Das ist aber nur ein Bruchteil der SGB-Aufgaben der kommenden Jahre. Allein bei den Schulen listet die Stadt auf: Acht Maßnahmen im Rahmen der Erweiterung der Gymnasien, verursacht durch die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren; 32 Erweiterungsmaßnahmen an Grundschulen, weil es ab 2026 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung geben soll; Grundsanierung von 18 Schulen; zwei große Neubauprojekte (Schulzentrum Tannenbusch sowie Neubau und Sanierung Heinrich-Hertz-Europakolleg). Insgesamt 17 Kindergärten sollen zudem neu errichtet oder erweitert werden. Dazu kommen Sporthallen und Schwimmbäder. Weitere Beispiele für Sanierungsfälle: Godesburg, Parkrestaurant Rheinaue, Redoute.

Stadt will Generalunternehmer beauftragen

Trotz des Stellenausbaus will das SGB in Zukunft auch auf „alternative Beschaffungsmodelle“ setzen – Bauprojekte könnten zum Beispiel von Generalunternehmern zum Festpreis umgesetzt werden. Die vergaberechtlichen Hürden für solche Projekte seien allerdings hoch, schreibt die Verwaltung. Geprüft werde zum Beispiel, ob der Neubau der Feuerwache III in Friesdorf mit einem Generalunternehmer realisiert werden könnte. Auch der Ersatzbau für das Schulzentrum Tannenbusch ist dafür im Gespräch.

Der SGB-Personalmangel hat laut Stadt auch Auswirkungen auf den Betrieb von öffentlichen Springbrunnen. Der Brunnen am Frankenbad etwa bleibt dieses Jahr trocken. Dort müssen das Pflaster und die Wasserrohre repariert werden, wie das SGB einer Bonnerin schrieb, die sich beschwert hatte. Um Unterkünfte für die Ukrainer zu schaffen, müssten alle „Kräfte gebündelt“ werden, erklärte das SGB in einer Antwortmail. Auch ob der Brunnen an der Breiten Straße angeschaltet werden könne, sei noch unklar.

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