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Sparkasse erwägt Neubau am Friedensplatz

Sparkasse erwägt Neubau am Friedensplatz

Asbestsanierung des 50 Jahre alten Gebäudes läuft auf Hochtouren - Aus Brandschutzgründen müsste auch Fassade erneuert werden - Jetzt wird geprüft, ob eine Abriss-/Neubau-Lösung günstiger wäre

Bonn. Die Sparkasse KölnBonn erwägt den Abriss ihrer Bonner Zentrale am Friedensplatz; an selbem Ort sollte dann ein Neubau errichtet werden. Der Sparkassen-Vorstand hat am Montag die Fachabteilung des Hauses beauftragt, die Kosten zu ermitteln.

Hintergrund dieser Überlegung ist die Tatsache, das nach jüngsten Erkenntnissen aus Brandschutzgründen die komplette Fassade ausgewechselt werden müsste, wofür ein "hoher Millionenbetrag" investiert werden müsste, sagte der Direktor der Geschäftsstelle Friedensplatz, Werner Hümmrich, dem GA. Zugleich versicherte er: "Den Standort geben wir nicht auf; wir bleiben auf jeden Fall am Friedensplatz."

Im Oktober vergangenen Jahres war mit dem Umbau der Geschäftsstelle begonnen worden, wobei die Asbestsanierung der oberen Etagen im Vordergrund stand; zudem sollten die Brandschutzmaßnahmen auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden.

Auf dem Programm stand ferner die Modernisierung der Kassenhalle, die "kundenfreundlicher und transparenter" werden sollte, sagte Hümmrich. Gesamtkosten: zwölf Millionen Euro - plus einem "höheren Millionenbetrag" (Hümmrich) für die Kassenhalle.

Etwa drei Millionen Euro wurden bisher für die Asbestsanierung ausgegeben. Bei diesen Arbeiten sei nun festgestellt worden, dass auch die Außenfassade nicht mehr den heutigen Brandschutzvorschriften entspricht. Um diese Mängel zu beseitigen, müsste die Sparkasse mehrere Millionen Euro ausgeben, was ja auch für die Kassenhalle gilt.

Überlegungen darüber, wie dieser Raum gestaltet werden sollte oder könnte, habe der Vorstand jetzt ebenso gestoppt wie Pläne für eine mögliche Fassadensanierung oder Erneuerung, sagte der Leiter der Unternehmenskommunikation, Norbert Minwegen: "Wir lassen jetzt alle Szenarien durchrechnen, denn wir wollen wissen, wie hoch die Differenz zwischen einem sanierten Altbau und einem modernen Neubau ist. Diese Prüfung wird mehrere Monate dauern."

Werner Hümmrich betonte, dass die bisher durchgeführten Arbeiten keine Wegwerfinvestitionen seien: "Der Asbest muss so oder so raus; daher laufen diese Sanierungsmaßnahme auch weiter."

Der Direktor wollte sich nicht dazu äußern, welcher Lösung er den Vorzug gäbe; nur soviel: "Eine neue Fassade zum Friedensplatz hin wäre auf jeden Fall sehr wünschenswert und gleichzeitig auch eine städtebauliche Aufwertung." Offen sei im übrigen, welches Ausweichquartier im Falle eines Neubaus in Frage käme.

Ausdrücklich bekannte er sich zu dem Standort Friedensplatz. Damit erteilte Hümmrich, der ehrenamtlicher FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzender ist, Überlegungen aus dem politischen Raum eine Abfuhr, das Sparkassen-Haus für Einzelhandelsgeschäfte zu nutzen. Befürchtungen, der Vorstand könne einen eventuellen Gebäudeabriss dazu nutzen, Arbeitsplätze von Bonn nach Köln zu verlegen, entkräftete er ebenfalls - auch unter Hinweis auf den Fusionsvertrag, wonach jeder dritte Arbeitsplatz in Bonn sein muss: "Das gilt dauerhaft."

Am Friedensplatz beschäftigt das Geldinstitut rund 500 Mitarbeiter, die unter anderem in der Rechtsabteilung und der Revision tätig sind; hinzu kommen 50 Kollegen der Geschäftsstelle.

Am Dienstagnachmittag informierte Hümmrich seine Mitarbeiter über die Überlegungen und Pläne des Vorstands.