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St. Sebastian in Poppelsdorf: Lockere Schindeln am Kirchturm könnten runterfallen

Lockere Schindeln am Kirchturm : St. Sebastian in Poppelsdorf wird aus Sicherheitsgründen gesperrt

Die Schäden am Turm sind größer als gedacht: Die Kirche St. Sebastian in Poppelsdorf ist daher am Freitag gesperrt worden. Alle Messen am Wochenende fallen aus.

Die Kirche von St. Sebastian ist am Freitag bis auf Weiteres gesperrt worden. Grund sind Sicherheitsmängel: Experten fuhren mit einem Hubwagen in schwindelerregende Höhen bis zur Turmspitze hinauf. Dabei stellten sie fest, dass einige Schindeln so locker sitzen, dass sie herunterfallen könnten. Und auch das Kreuz samt Hahn sitzt nicht mehr fest.

Pfarrer Bernd Kemmerling hat die Gemeinde über das Internet informiert, dass sämtliche Gottesdienste an diesem Wochenende in St. Sebastian ausfallen. „Zum Gottesdienstbesuch verweisen wir auf die Kirchen in der Nachbarschaft und im Pfarrverband“, heißt es. Die Gemeinde habe die Information am Freitag aus heiterem Himmel getroffen. „Die Sicherheit der Gottesdienstbesucher aber macht diesen Schritt unbedingt notwendig“, sagt Kemmerling.

Schäden sind schlimmer als erwartet

Und so hat sich alles entwickelt: Vor ein paar Wochen ist Architekt und Gemeindemitglied Martin Saul unter anderem mit einer Drohne das Dach abgeflogen. „Da hat er gesehen, dass einige Ziegel auf dem Dach locker sind und Gefahr in Vollzug ist“, sagt Kemmerling. Es musste also etwas geschehen: Am Freitag sollte alles repariert werden, dafür wurde der Hubwagen aufgestellt. „Es stellte sich aber heraus, dass nicht nur einige, sondern gleich mehrere Schindeln locker sind“, so der Pfarrer. Zudem kam heraus, dass die Vorrichtung für Kreuz und Hahn befestigt werden muss. Es könnte noch ein paar Jahre halten, oder schon beim nächsten Sturm abbrechen – keiner wisse das.

Jetzt muss der Kirchenvorstand mit Baufachleuten überlegen, wie die Sanierung vonstattengeht. Das Gelände ist von der Kirschallee her derzeit abgesperrt. Am Montag soll erneut ein Gutachter vorbeikommen. „Vielleicht stellt sich dann heraus, dass man einen Zugang durch einen Tunnel zur Kirche machen kann“, sagt Kemmerling. Er hofft nicht, dass demnächst der ganze Turm eingerüstet werden muss, sondern alles sich mit kleinerem Aufwand erledigen lässt.

Die Werktagsmessen können weiterhin in der Pfarrei gefeiert werden, und zwar im Pfarrsaal an der Sternenburgstraße 27. Mehr auch auf vip-bonn.de