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Haus in Kessenich: Staatsschutz ermittelt nach Schmierereien

Haus in Kessenich : Staatsschutz ermittelt nach Schmierereien

Wegen Schmierereien an einem Haus in Kessenich ermittelt seit Freitag der Staatsschutz. In dem Haus wohnt ein Arzt, der im Auftrag der Ausländerbehörde kranke Flüchtlinge auf ihre Flugreisefähigkeit hin untersucht.

Das teilte Frank Piontek, Sprecher der Bonner Polizei, auf GA-Anfrage mit: "Ein politisch motivierter Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden."

Neben dem Namen des Arztes hatten die Täter auch "Abschiebeprofiteur" auf die Hauswand gesprüht sowie eine rund 500 Meter lange, rote Spur auf den Bürgersteig gezogen, die Anwohner als "Blutspur" deuteten.

Auch wurden Flugblätter hinter die Scheibenwischer von parkenden Autos geklemmt, auf denen der Arzt diskreditiert wurde. Auf Nachfrage des GA wollte sich der Mediziner am Freitag noch nicht zu dem Vorfall äußern.

In der Straße zeigten sich Anwohner am Tag danach "geschockt" über die Vorkommnisse. Eine Nachbarin sagte: "Das ist eigentlich ein ruhiges Viertel hier." Dabei vermutet sie einen Zusammenhang zwischen dem aktuellen Auftrag des Arztes und den Schmierereien.

Nachdem der Mediziner nämlich am Donnerstag um 10.30 Uhr das Haus verlassen habe, seien ihres Wissens nach am Donnerstagabend zwei Männer mit südländischem Aussehen dabei beobachtet worden, wie sie rund um die Burbacher Straße Flugblätter verteilt hätten.

Auf einem der Flugblätter, das dem GA vorliegt, wird behauptet: Der Arzt betreibe "ein schmutziges Geschäft" und sei "ein wichtiges Rädchen in der Abschiebemaschinerie". Die Polizei bittet unter 0228/150 um Hinweise.