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Fördermittel aus Bildungspaket: Stadt Bonn will Vereine mit guter Jugendarbeit fördern

Fördermittel aus Bildungspaket : Stadt Bonn will Vereine mit guter Jugendarbeit fördern

Der Sport in Bonn und die Kürzungen - es scheint ein wenig Bewegung in die Sache zu kommen. Bekanntlich wurden 4,8 Millionen Euro aus dem Bildungspaket des Bundes noch nicht abgerufen. Geld, das auch dem Sport zugute kommen könnte. Und die Stadt scheint nun einzulenken.

Die Verwaltung der Stadt prüft derzeit, ob und wie die Bonner Sportvereine von diesen Mitteln profitieren können. So steht es in einer Pressemitteilung, die gestern verschickt wurde. "Vereine, die im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit außergewöhnliche Initiative zeigen, wollen wir mit Mitteln, die das Bildungs- und Teilhabepaket zur Verfügung stellt, besonders unterstützen", wird Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch darin zitiert. Wie genau und in welchem Umfang, das ist allerdings noch offen.

"Über Summen kann ich im Moment noch nichts sagen", räumt Martin Schumacher ein. "Möglichst viel jedenfalls." Der Sport- und Kulturdezernent will gemeinsam mit Familiendezernentin Angelika Maria Wahrheit demnächst auf die Sportler zugehen und Gespräche führen.

Da die Gelder aus dem Bildungspaket zweckgebunden seien, könne es nur um Vereine gehen, die sich im Jugendbereich besonders hervortäten. Der Zusatz "ohne bürokratische Hürden" fällt dabei immer wieder. Das Thema Sportstättennutzungsgebühr will Schumacher "vorerst ausklammern".

Wie das Leben so spielt, hatte die Initiative "Pro Sportstadt Bonn" (PSB) wenige Stunden zuvor eine eigene Pressemeldung herausgegeben, die sich unter anderem mit dem Bildungspaket befasst. Darin wird kritisiert, dass noch niemand auf die Idee gekommen sei, den Sportvereinen mit den Bundesgeldern zu helfen.

Außerdem beklagt der Zusammenschluss der Bonner Sportvereine, dass sich die Ungleichbehandlung von Sport und Kultur "ungebremst" fortsetze. Verwiesen wird auf Oper und Schauspiel, die nach der Verpflichtung eines neuen Intendanten erst ab 2016 und nicht wie ursprünglich geplant ab 2013 ihre Sparvorgaben in Höhe von 3,5 Millionen Euro umsetzen müssten.

Sportdezernent Schumacher warnte davor, beide Bereiche auseinanderzudividieren: "Ich kann die Vereine gut verstehen. Aber wir brauchen den Sport. Und wir brauchen die Kultur." Außerdem werde es nicht zu Lasten des Sports gehen, wenn die Kultur erst später ihre Sparziele erreicht. "Es gibt Rücklagen des Theaters, die dafür verwendet werden", versicherte Schumacher.