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Wohnen an Trierer Straße: 180 neue Apartments in Poppelsdorf

Wohnen an Trierer Straße : 180 neue Apartments in Poppelsdorf

Eine der letzten größeren Freiflächen in Poppelsdorf kommt einer möglichen Bebauung ein Stück näher. Das dreieckige Areal, um das es geht, liegt zwischen Trierer Straße, Nachtigallenweg und der Straße Im Wingert, die zum Marienhospital hochführt.

Die Schoofs-Gruppe mit Sitz in Kevelaer hat als Investorin längst Pläne vorgestellt, an dieser Stelle rund 180 Apartments sowie Geschäfte und Büros zu schaffen. Welche Vorhaben sich tatsächlich durchführen lassen, sprich welche Baufelder sich eignen, das sollen Investorin, Gutachter und Verwaltung nach Beschluss des Planungsausschusses und der Bonner Bezirksvertretung in den jeweils jüngsten Sitzungen nun gemeinsam festlegen. „Wir wollen, dass der Bebauungsplan zügig vorankommt“, betonte Planungspolitikerin Henriette Reinsberg von der CDU.

Die Schoofs-Gruppe hat eine dreigeschossige Wohnbebauung mit großflächigem Einzelhandel vorgesehen, an der Straße Im Wingert eine zweigeschossige Bebauung. Die Rede ist von einem Vollsortimenter auf 2800 Quadratmetern und einem Drogeriemarkt auf 800 Quadratmetern Fläche im Erdgeschoss an der Ecke Clemens-August-Platz/Trierer Straße mit darüber liegenden Wohnungen. Sie sollten sich an Bürger unterschiedlichen Alters richten - von Studenten bis hin zu barrierefreiem Wohnraum für Senioren, erklärte Oliver Bach von der Schoofs-Gruppe. In direkter Nähe liegt das von der Caritas geführte Sebastian-Dani-Alten- und Pflegeheim. Poppelsdorf ist aber nicht zuletzt wegen einiger Universitätshäuser auch bei jungen Leuten als Wohnort beliebt.

Einem Klimagutachten zufolge steht einer Bebauung an der Stelle im Grunde nichts im Wege. Das Melbtal sei zwar als Kaltlufteinzugsgebiet wichtig. „Der Hauptstrom der Kaltluft fließt hierbei über die östlich des Plangebietes gelegene Freifläche und nur zum geringen Teil durch das Plangebiet in Richtung Poppelsdorf ab“, heißt es vonseiten des Ingeniurbüros Simuplan. Der Deutsche Wetterdienst kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Das städtische Umweltamt hatte zuvor Bedenken geäußert, weil es befürchtete, die Kaltluft könne nicht mehr abfließen.

Simuplan rät in Bezug auf das Plangebiet allerdings dazu, keinen hohen Querriegel an der Straße Im Wingert zu setzen, in Teilbereichen die bisher geplante Gebäudehöhe zu reduzieren, Lücken in den Gebäuderiegeln zu schaffen und das Quartier stark zu begrünen. Bach sagte dazu: „Wir sind grundsätzlich offen, unsere Pläne anzupassen. Eine Begrünung gehört sozusagen zu unserem eigenen Standard.“ Was die Empfehlungen betrifft, Häuserlücken zu schaffen, widerspreche das allerdings der städtebaulichen Grundidee, die Innenhöfe frei vom Kaltluftstrom zu halten, um den Aufenthalt für die späteren Bewohner angenehmer zu gestalten.