Japanische Comics 19-Jährige gestaltet die Welt der Mangas in der Stadtbibliothek

Bonn · Die 19-jährige Nieke Ahnfeldt ist Auszubildende bei der Stadt Bonn und hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Zugang zu japanischen Comic-Heften in der Stadtbibliothek zu erleichtern. Was für sie die Faszination Manga ausmacht.

 Ein Regal mit Manga-Heften in der Bezirksbibliothek Bad Godesberg.

Ein Regal mit Manga-Heften in der Bezirksbibliothek Bad Godesberg.

Foto: Ellen Schaeder

Um 10 Uhr sind die Türen der Bezirksbibliothek in Bad Godesberg noch geschlossen. Eine junge Frau öffnet die Tür. Nieke Ahnfeldt ist Auszubildende für Medien- und Informationstechnik bei der Stadt Bonn. Und sie hat eine Leidenschaft für japanische Comic-Helfe. Ihre Begeisterung für die sogenannten Mangas lässt sich erahnen. Ihre Haare trägt die 19-Jährige kurz. Die Spitzen sind türkis gefärbt. Ahnfeldt hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Manga-Regale der Stadtbibliothek zu sortieren. Ihre Idee sei gewesen, den Zugang zu den kleinen Taschenbüchern zu vereinfachen. In der Stadtbibliothek gebe es eine sehr gute Auswahl, so Ahnfeldt.

Sie ist gebürtige Lübeckerin. Die Ausbildung bei der Stadtbibliothek hat sie ins Rheinland gezogen. Fast die Hälfe ihres Lebens widmet sie sich bereits der asiatischen Popkultur. Ihr frühes Interesse an Fantasybüchern ebnete den Weg in die Anime- und Manga-Welt. „Anime“ ist das filmische Pendant zum Manga. Die Subkultur geht weit über das gedruckte Comic-Heft hinaus. Im vergangenen Jahr hat Ahnfeld beispielsweise an der Anime-Convention im Brückenforum teilgenommen. „Ich habe Marin aus ‚My Dress-Up Darling‘ gecosplayed“, sagt sie über ihre Verkleidung auf der Convention. „Cosplay“ bedeutet, sich wie einen Charakter aus einem Manga oder Anime zu verkleiden. Das sei „eine ganz große Sache in der Community“, erzählt die Auszubildende.

Sie will der Stadtbibliothek Impulse geben, das Manga-Angebot auszuweiten. Insgesamt verfügt die Stadtbibliothek bereits über rund 3500 Mangas. Da könnte die Auswahl schwerfallen. „Tokio Revengers“ und „The Case Study of Vanitas“, kann Ahnfeldt empfehlen.

Von Fantasy, Mystery, Action über Romance, Life und Drama hin zu Boys und Girls. Manga als Medium habe eine Vielfalt an Genres im Angebot, erzählt die 19-Jährige. Prinzipiell seien Mangas in zwei Kategorien einzuteilen: Shonen und Shojo Mangas. Shonen Mangas richten sich hauptsächlich an eine männliche Zielgruppe. Dem gegenüber stehen die Shojo Mangas, mit weiblicher Hauptfigur, die sich an junge Frauen richten. Ein wesentlicher Bestandteil der Manga-Welt sei nämlich der hohe Identifikationsfaktor mit den Protagonistinnen und Protagonisten der Geschichten.

Neben dem Angebot in der Stadtbibliothek gibt es aber auch weitere Anlaufstellen für Manga-Interessierte in Bonn. Der Bonner Comic-Laden von Jörg Sicher und Jochen Kestel zieht seit 1982 Menschen nach Bonn. Mehrere tausend Manga habe der Comic-Shop im Angebot, so Sicher. In der Bonner Altstadt taucht man in einem kleinen Ladenlokal auf der Wolfstraße in eine andere Welt ein. Nippon4U heißt zudem der Store von Ricky-Timo Adenauer. Hier finde man alles rund um Mangas und Anime, so der Inhaber – von Figuren über Anhänger und Poster bis hin zu Merchandise-Artikeln jedweder Art. Auch Nieke Ahnfeldt kennt die beiden Bonner Geschäfte. Sie bevorzugt allerdings die Ausleihe in der Stadtbibliothek.

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