Wetter in Bonn 2015 war das zweitwärmste Jahr seit 1895

Bonn · Wie die meisten Jahre dieses Jahrhunderts war auch das Jahr 2015 wärmer als normal, es war sogar das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Bonner Wetteraufzeichnungen seit 1895. Die Durchschnittstemperatur lag 1,7 Grad über dem langjährigen Mittel.

Wetter in Bonn: 2015 war das zweitwärmste Jahr seit 1895
Foto: Wetterkontor

Dieses Fazit zieht der ehemalige Chefstatistiker der Stadt, Klaus Kosack. Dabei greift er auf Daten der Wetterstation Bonn- Endenich der Uni Bonn und aus seiner eigenen Datenbank zurück.

Temperatur: Ein weiteres zu warmes und feuchtes Jahr - das ist kurz die Witterungscharakteristik 2015. Im Durchschnitt wurden 12,0 Grad gemessen, das sind 1,7 Grad mehr als im langjährigen Mittel. Damit belegt das Jahr Platz zwei unter den 121 Beobachtungsjahren. Das wärmste Jahr war bisher 2014 mit 12,6 Grad, das kühlste der vergangenen 120 Jahre war 1940 mit 8,3 Grad. Nur der September und der Oktober 2015 waren kühler als normal. Die beiden Monate hinkten um 0,6 beziehungsweise 0,1 Grad hinter ihrem Soll hinterher. Alle anderen Monate waren wärmer als normal. Die höchsten positiven Abweichungen gab es im Dezember, der mehr als sechs Grad über seinem langjährigen Mittel lag (siehe Info-Kasten).

Der heißeste Tag des Jahres war der 2. Juli, an dem die Bonner nachmittags bei 38,0 Grad schwitzen mussten. Am 26. Februar wurde mit minus 5,2 Grad die tiefste Temperatur gemessen. 2014 waren folgende Extremwerte gemessen worden: höchste Temperatur mit 33,9 Grad am 19. Juli, die tiefste mit minus 4,7 Grad am 28. Dezember. Die Extremtemperaturen in den Bonner Wetterannalen wurden am 12. August 2003 mit 39,2 Grad und mit minus 23,8 Grad am 27. Januar 1942 registriert.

An 18 Tagen (2014: zehn) kletterte das Thermometer über die 30-Grad-Marke, Die Eisheiligen im Mai können die Bonner seit Jahrzehnten getrost ignorieren. Den letzten Frost in einem Mai gab es 1953. Das höchste Tagesmittel wurde am 2. Juli mit 29,8 Grad (2014: 27,3 Grad am 19. Juli) registriert, während am 5. Februar ein Tagesmittel von minus 0,9 Grad (2014: minus 2,6 Grad Celsius am 28. Dezember) gemessen wurde. Zehn Tropennächte mit einem Minimumwert von 20 Grad wurden 2015 beobachtet, im Jahr zuvor dagegen nur drei.

Sonnenscheindauer: Die Sonne kam insgesamt 1797 Stunden durch, 102 Stunden mehr als im Vorjahr. Das ist Platz drei in 47 Beobachtungsjahren. Damit blieb die Sonne beachtliche 258 Stunden über ihrem langjährigen Soll. 2011 schien sie mit 1861 Stunden zuletzt noch länger. Nur die Monate Januar und Oktober schafften ihr Monatssoll nicht.

Niederschläge: Nach den vielen feuchten Jahren seit 2003 öffnete Petrus seine Schleusen auch im vergangenen Jahr wieder ergiebig: An 180 (Vorjahr 196) Tagen fielen insgesamt 886,6 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, 17 Prozent über dem langjährigen Mittel der letzten 30 Jahre. Dies ist Platz zehn in der 168-jährigen Chronik der Stadt. Damit fielen 126 Liter pro Quadratmeter mehr als im langjährigen Mittel. Die Monate August (204 Prozent), Januar (183 Prozent) und September (167 Prozent) waren erheblich zu feucht. Dagegen waren der Februar, März, April, Mai und Oktober die Monate, die nicht ihr Soll schafften. Die höchste Niederschlagsmenge kam am 10. August mit 51,5 Litern pro Quadratmeter zusammen, was zu Überschwemmungen in der Stadt führte. Die Starkregentage häufen sich: Wurden 2012 noch 18 Tage beobachtet, an denen es mehr als zehn Liter in 24 Stunden regnete, stieg die Zahl 2014 auf 25 und 2015 sogar auf 28.

Wind: 2015 wurden 47 (20) Sturmtage registriert, am 1. April wurde mit 83 Kilometern pro Stunde die stärkste Windbö gemessen, eine noch stärkere Bö gab es zuletzt im Oktober 2002.

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