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Bonner Rosenmontagszug: 250 000 feiern mit dem Prinzenpaar

Bonner Rosenmontagszug : 250 000 feiern mit dem Prinzenpaar

Der Bonner Rosenmontagszug hat gestern bei strahlendem Sonnenschein wohl seinen Rekord gebrochen. "Ich habe noch nie einen so vollen Zugweg gesehen", berichtete Zugleiter Axel Wolf, nachdem sich der Zug am späten Nachmittag auf der Dorotheenstraße aufgelöst hatte.

Er sprach von 250.000 Zuschauern am Straßenrand. "Bei allem, was direkt mit dem Zug zusammenhing, gab es keine Probleme", so Wolfs Bilanz.

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Die Polizei hatte auf den Straßen mehr zu tun, ein Beamter wurde beim Einsatz in der Altstadt gestern am Kopf schwer verletzt. Laut Polizeibericht war er um 16.10 Uhr mit weiteren Beamten gegen drei Personen eingeschritten, die im Verdacht stehen, in der Vorgebirgsstraße Zuschauer angepöbelt und attackiert zu haben.

Nach derzeitigem Sachstand wurde der Polizeibeamte so stark geschubst, dass er stürzte. Die Tatverdächtigen wurden in Gewahrsam genommen, die Ermittlungen dauern an. Polizeibeamte mussten außerdem vereinzelt einschreiten, weil es zu Streitigkeiten und Auseinandersetzungen kam oder Feiernde über die Stränge schlugen. Die Bilanz am Abend: sechs Strafanzeigen wegen des Verdachts der Körperverletzung, des Widerstandes sowie wegen Sachbeschädigung, außerdem 13 Platzverweise. Drei Kinder, die am Zugweg ihre Eltern aus den Augen verloren hatten, konnten laut Polizei schon nach kurzer Zeit wieder in die elterliche Obhut gegeben werden.

Die Feuerwehr rückte zu einem außergewöhnlichen Einsatz in der Bonngasse aus. Da waren Teile eines Kamins auf die Straße gestürzt - zum Glück vor dem Zug, so dass niemand verletzt wurde. So war auch noch Zeit, mit der Drehleiter zur Sicherheit den Rest des Kamins abzutragen, teilte gestern Abend Stadtsprecherin Monika Hörig mit. "Bis zum Zugende hatte der Rettungsdienst 27 Einsätze", sagte sie. Dabei ging es um Verletzungen oder Kreislaufversagen - laut Stadt nichts Spektakuläres. Zusätzlich zur regulären Besetzung der Wache waren wegen Rosenmontag noch ein Notarzt-, vier Rettungs- und drei Krankentransportwagen im Einsatz.

Vor dem Start war einmal kurz die Luft raus, aber da war das Technische Hilfswerk zur Stelle und "rettete" den Stadtsoldaten einen Wagen. Der Plattfuß war schnell behoben, so dass der betroffene Knubbel planmäßig starten konnte.

Rosenmontag ist kein Spaß, Sicherheit geht vor: Das machte Security-Chef Michael Müller bei der Einweisung für die Wagenbegleiter deutlich, die seit einem Unfall in Bonn vorgeschrieben sind. Die Wagenengel mussten Handys und Handtaschen wegpacken, damit sie schnell zugreifen können, falls ein Kind am Wagen stürzt. Der Festausschuss hat in diesem Jahr ein Pilotprojekt gestartet und zusätzlich zu den meist jugendlichen Begleitern bei den großen Wagen jeweils zwei Sicherheitsprofis mit auf die Reise geschickt. "Die Resonanz der Traktorfahrer war sehr gut", sagte der Zugleiter.

"Chief Mike" und seine Security-Mitarbeiter machten auch in der Altstadt den Weg frei. Besonders eng war es an der Marienschule, wo Jugendliche zur Partymusik aus dem "Döner House" auf der Straße tanzten. "Wir haben im Vorfeld mit der Polizei besprochen, wo wir abgittern, aber es waren so unglaublich voll, dass die Leute zum Teil vor den Gittern standen", sagte Axel Wolf.

Während einzelne Teilnehmer aus der Spitze des Zuges berichteten, dass sie in der Altstadt von den Zuschauern mit Kamelle beworfen wurden, erlebte Axel Wolf die Stimmung dort nicht aggressiv. "Bonn kann echt stolz sein auf so viele fröhliche Jecke am Straßenrand", sagte er. "Man kann allen nur ein großes Lob aussprechen, dass eine Veranstaltung dieser Größe so friedlich abläuft." Auch das Prinzenpaar tanzte ausgelassen auf seinem Wagen.