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Anklage in Bonn: 27-Jähriger soll Ex-Freundin vergewaltigt haben

Anklage in Bonn : 27-Jähriger soll Ex-Freundin vergewaltigt haben

In Bonn steht demnächst ein 27-Jähriger aus dem Rockermilieu vor Gericht: Er soll seine Ex-Freundin in der Nähe der Mondorfer Fähre in Graurheindorf vergewaltigt haben.

Nur rund ein halbes Jahr lebte das Paar in der gemeinsamen Wohnung: Nachdem seine Freundin im Herbst 2017 wieder ausgezogen war, soll ein 27-jähriger Bonner die gleichaltrige Frau auf einem Feldweg nahe der Mondorfer Fähre vergewaltigt haben. Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage davon aus, dass die Frau infolge der Tat schwanger wurde.

Der mutmaßliche Täter ist für Polizei und Justiz kein unbeschriebenes Blatt, insgesamt sieben Eintragungen enthält seine Akte: So war der Mann, der in der regionalen Rockerszene unterwegs gewesen sein soll, unter anderem im Juli 2013 wegen Körperverletzung und besonders schwerer Vergewaltigung zu einer Jugendstrafe von vier Jahren verurteilt worden. Zurzeit sitzt der Mann, der unter anderem als Türsteher und in einem Bordell gearbeitet haben soll, eine neunmonatige Haftstrafe wegen Bedrohung, Verstoßes gegen das Waffengesetz sowie gefährlicher Körperverletzung ab.

Unstimmigkeiten über die gemeinsamen Finanzen

Die aktuell angeklagte Tat zeigte das mutmaßliche Opfer erst im Mai 2018 an: Nachdem die Frau im Frühjahr in die Wohnung des Angeklagten gezogen war, folgten im Herbst 2017 Trennung und Auszug. Seit 2016 sollen die beiden zusammen gewesen sein. Nachdem die Frau Schluss gemacht hatte, gab es allerdings Unstimmigkeiten über die gemeinsamen Finanzen: Weil er ihr noch gut 40.000 Euro schulde, wollte man sich laut Anklage am 9. Oktober am Bonner Hauptbahnhof treffen. Er werde das Geld besorgen, sie solle mit ihm in sein Auto steigen, beschied er seine Ex laut Anklage. Weil der Mann zugleich auch beteuert haben soll, dass er noch an ihr hänge, stieg die Frau tatsächlich in den Wagen.

Die Fahrt führte die beiden auf einen Feldweg in der Nähe des Graurheindorfer Anlegers der Mondorfer Fähre. Dort angekommen, soll der mutmaßliche Vergewaltiger zunächst von einer möglichen Wiederaufnahme der Beziehung und einer gemeinsamen Familie gesprochen haben. Davon wollte die Frau aber offenbar nichts wissen und verlangte, zum Bahnhof zurückgefahren zu werden. Das soll der Angeklagte aber abgelehnt haben und so stieg die Frau aus und rief um Hilfe. Um sie zu beruhigen, soll der Angeklagte seine Ex dann unter dem Vorwand man könne die Geldangelegenheit ja in Ruhe auf dem Rücksitz besprechen, zurück ins Auto komplimentiert haben. Dort soll es dann zu der Vergewaltigung gekommen sein. Der Prozess an der zehnten großen Strafkammer ist noch nicht terminiert und soll frühestens im Mai starten.