Brauchtum in Endenich 3000 Eier sind meist nicht genug

ENDENICH · Die Endenicher Schützen werben beim traditionellen Ostereierschießen der Endenicher Sebastianusschützen für ihren Sport.

 Die Endenicher schießen sich bei den Sebastianusschützen ihren Ostereiervorrat.

Die Endenicher schießen sich bei den Sebastianusschützen ihren Ostereiervorrat.

Foto: Stefan Knopp

Sicheren Stand und ein ruhiges Händchen muss man haben, um mit dem Luftgewehr ein Loch ins Schwarze der Zielscheibe zu schießen. Vielen ging es beim Ostereierschießen der Endenicher Sebastianusschützen wie der Endenicher Ortsausschussvorsitzenden Renate Torno: Der erste Schuss ging daneben, alle anderen trafen. Auf diese Weise ergatterte sie 29 bunte Eier, die sie aber nicht für sich behielt: Nach dem Schießen am Sonntag ging sie zum Landesliga-Heimspiel des FV Endenich auf den Fußballplatz und verteilte sie an die Spieler.

„Ich finde es schön, dass aus allen Vereinen Vertreter kommen“, sagte Torno. So ergab sich am Schießstand unter dem Pfarrheim Sankt Maria Magdalena ein gemütliches Beisammensein mit Kaffee und Kuchen, den die Schützendamen gebacken hatten. Beides wurde kostenlos angeboten, viele Besucher gaben aber eine Spende ins Sparschwein. 3000 Eier hatte der Verein gekauft. Das klingt nach viel. „Meistens müssen wir aber noch mal nachkaufen“, sagte der erste Brudermeister Horst Weber. Die Schießveranstaltung für die Bürger habe man früher am Ostersonntag veranstaltet. „Das lief aber nicht mehr.“ Also verschob man das Schießen auf Palmsonntag, und seitdem ist es eine erfolgreiche Veranstaltung.

Das diene natürlich auch der Mitgliederwerbung, sagte Schriftführer Wolfgang Brönstrup. Die hat der Schützenverein, wie die meisten anderen auch, dringend nötig, denn Weber beklagt seit Jahren den Nachwuchsmangel. Deshalb bot man auch Lasergewehrschießen für Kinder an, die Schokoladeneier gewinnen konnten. Im Mittelpunkt steht aber die Geselligkeit. Seit wann es das Ostereierschießen bei den Endenicher Schützen gibt, wusste Weber nicht. „Ich bin seit mehr als 40 Jahren Mitglied und kenne das gar nicht anders.“

Auch Winfried Kürten hatte sich einige Ostereier geschossen. Er ist Infanterie-Mitglied der Bonner Ehrengarde, die dort im letzten Jahr ein Treffen abgehalten hatte, „damit die Infanterie auch mal ans Schießen kommt“. Das sei eine gelungene Veranstaltung gewesen, so Kürten. Er war auch zur Ostereieraktion gekommen, um Weber mitzuteilen, dass das in diesem Jahr wiederholt werden soll. „Das wollen wir zur Tradition machen.“

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