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Ruhestörung, Körperverletzung, Sachbeschädigung: 301 Notrufe in der Silvesternacht in Bonn

Ruhestörung, Körperverletzung, Sachbeschädigung : 301 Notrufe in der Silvesternacht in Bonn

Die Bonner Polizei hatte zum Jahreswechsel viel zu tun. In Tannenbusch griff ein Mann Polizeibeamte mit Böllern an. Mit Pfefferspray wurde er zu Boden gebracht. Auch in Alfter kam es zu einem Übergriff.

"Einsatzintensiv" nennt die Bonner Polizei die Zeit um den Jahreswechsel. Die Zahl der Notrufe und Meldungen - 301 - macht deutlich, dass es in der Leitstelle kaum eine ruhige Minute zwischen 20 Uhr am Silvesterabend und 6 Uhr am Neujahrsmorgen gab.

Laut der Pressemitteilung der Polizei am Morgen des ersten Januars nahm die Polizei neben Streitigkeiten und Ruhestörungen allein Hinweise zu 32 Körperverletzungen und elf Sachbeschädigungen auf. 34 Personen erhielten Platzverweise, um Straftaten zu verhindern.

Gewalttätig wurde ein 25 Jahre alter Mann in Alfter-Oedekoven. Er war auf einer Party mit einer 44 Jahre alten Frau in einen handfesten Streit geraten, bei dem beide leicht verletzt wurden. Als die Polizeibeamten den Streit für den Rest der Nacht mit einem Platzverweis für den 25-Jährigen beenden wollten, setzte er zum Schlag an. Dabei verletzte er einen Polizisten im Gesicht. Die Beamten leiteten ein Verfahren gegen ihn wegen der Körperverletzung und wegen Widerstandes ein, weil er sich im weiteren Verlauf auch noch gegen die Mitnahme wehrte. Trotz allem endete für ihn die Party aber doch im Polizeigewahrsam.

Gegen 19 Uhr mussten Polizisten in Tannenbusch erleben, wie Böller in ihre Richtung geworfen wurden. Als sie kurze Zeit später mehrere Personen kontrollieren wollten, lief ein Mann davon und versuchte sich der Überprüfung zu entziehen. Mit Fäusten schlug er auf die Beamten ein, die ihn schließlich mit Pfefferspray und körperlicher Gewalt zu Boden brachten, um ihn dort zu fesseln. Der Tatverdächtige ist 32 Jahre alt. Er wurde zur Wache gebracht, wo schließlich seien Personalien festgestellt wurden. Auch auf ihn wartet ein Verfahren wegen Widerstandes.

Auch die Bonner Feuerwehr und der Rettungsdienst hatten keine ruhige Nacht. 110 Einsatzkräfte des Berufsfeuerwehr, des Rettungsdienstes und der Freiwilligen Feuerwehr aus Buschdorf, Dransdorf, Duisdorf, Endenich, Holzlar, Lengsdorf, Oberkassel und Rheindorf waren im Einsatz. 22 kleinere Brände, meist ausgelöst durch Feuerwerkskörper wurden gelöscht. So etwa beim ersten Einsatz im neuen Jahr. Um 0:07 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem vermeintlichen Balkonbrand zum Kattowitzer Weg nach Tannenbusch gerufen. Gebrannt hatte Unrat auf einer Freifläche. Helfende Nachbarn hatten diesen kurzerhand selbst gelöscht.

Ein Carport in der Briandstraße kam nicht so gut davon. Es brannte nieder und mit ihm, das dort parkende Auto. Die Löschtrupps verhinderten immerhin das Ausbreiten auf das angrenzende Wohnhaus.

Gegen 22:54 Uhr rückten Feuerwehrleute mit einem C-Rohr in einen Keller in der Estermannstraße vor. Sie löschten brennende Gegenstände in einem Mehrfamilienhaus und waren dafür bis 0:15 Uhr im Einsatz.

Der Rettungsdienst rückte mit zehn Rettungswagen und zwei Notärzten zu 66 Einsätzen aus. Wie in den vergangenen Jahren standen viele Einsätze mit übermäßigem Alkoholkonsum und Feuerwerk in Verbindung. Viele kleinere Verletzungen der Hände und des Kopfes wurden behandelt. Schwere Verletzungen blieben aus.