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Prozess in Bonn: 44-Jähriger soll Fußballtrainer geschlagen haben

Prozess in Bonn : 44-Jähriger soll Fußballtrainer geschlagen haben

Ein 44-Jähriger muss sich demnächst wegen Körperverletzung vor dem Bonner Amtsgericht verantworten. Der Vater soll während eines Fußballspiels zwischen dem BSV Roleber und dem SC Volmershoven-Heidgen den Trainer seines Sohnes geschlagen haben.

Es war am Sonntag, 29. April, Schauplatz war der Fußballplatz an der Siebengebirgsstraße in Holzlar. An diesem Vormittag spielte die D-Jugendmannschaft des BSV Roleber gegen den SC Volmershoven-Heidgen. Keine drei Minuten waren in der zweiten Halbzeit vergangen, als die junge Gastelf fast ein Tor der gegnerischen Mannschaft kassiert hatte. Ein Spielfehler, der den SC-Trainer nicht kalt ließ: Lautstark soll er seine Jungs beschimpft haben.

Das wiederum rief den Vater eines zwölfjährigen Mitspielers auf den Plan, der glaubte, dass besonders sein Sohn hart rangenommen worden sei. Zunächst intervenierte der 44-Jährige mit Worten, dann aber wohl auch mit körperlichem Einsatz: Während des laufenden Spiels soll der Vater über den Zaun zwischen Zuschauern und Sportplatz gesprungen sein und den Trainer mit einem Faustschlag niedergestreckt haben. Der 61-Jährige stürzte, erlitt eine schmerzhafte Prellung und musste ausgewechselt werden.

Ein halbes Jahr nach dem hitzigen Vorfall am Spielfeldrand hat jetzt die Bonner Staatsanwaltschaft den 44-Jährigen wegen Körperverletzung und auch Sachbeschädigung angeklagt, wie Gabriele Wester, stellvertretende Amtsgerichtsdirektorin, am Dienstag auf Anfrage bestätigte.

Demnach war mit dem Faustschlag die Angelegenheit noch nicht ganz beendet. Denn der Angeklagte – ein Bonner Unternehmer – soll einem 55-jährigen Offiziellen des Fußballverbandes Mittelrhein, der das Geschehen gefilmt hatte, das Handy aus der Hand geschlagen und darauf herumgetrampelt sein. Dabei, so die Anklage, sei die Linse im Wert von 50 Euro zerstört worden.

Der angeklagte Unternehmer bestätigte, dass er den Trainer darauf hingewiesen habe, er solle die Kinder nicht so anschreien. Im anschließenden Disput jedoch sei er vom 61-Jährigen derart mit Schimpfworten beleidigt worden, dass er diesem in einer Art Notwehr eine Ohrfeige verpasst habe. Auch die Intervention mit dem Handy sei gerechtfertigt gewesen, weil der Offizielle unberechtigterweise Aufnahmen von ihm gemacht hatte: Er habe dem 55-Jährigen nur den Arm heruntergedrückt, nachdem dieser trotz mehrfacher Aufforderung, nicht aufgehört habe zu filmen. Dabei sei das Handy versehentlich zu Boden gefallen und kaputtgegangen.

Der Prozess findet demnächst vor dem Amtsgericht in Bonn statt.