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„Kidical Mass“ in Bonn: 500 Radfahrer demonstrieren für kinderfreundlichen Verkehr

„Kidical Mass“ in Bonn : 500 Radfahrer demonstrieren für kinderfreundlichen Verkehr

500 Demonstranten treten für einen fahrradfreundlichen Verkehr in Bonn ein. Die Unterschriftenaktion für den Bonner Radentscheid endet am Tag der Oberbürgermeister-Stichwahl.

Die bereits dritte „Kidical Mass“ hat Hunderte kleine und große Fahrradfahrer auf die Bonner Straßen gelockt. Die Familien demonstrierten für einen kinderfreundlicheren Radverkehr und forderten mehr Mitspracherecht für Kinder und Jugendliche. Im Zeichen des Weltkindertages gab es vorab ein buntes Zirkusprogramm. „Ziel des Radentscheids Bonn ist eine kinderfreundliche und lebenswerte Stadtgestaltung. Wir wollen, dass sich auch die Kleinen sicher und selbständig mit dem Fahrrad in Bonn bewegen können“, sagt Rebecca Heinz, Pressesprecherin vom Radentscheid.

Ihr zufolge seien die Heranwachsenden im Stadtverkehr besonders gefährdet. „Ich fahre gerne Rennrad, aber in der Stadt fühle ich mich nicht wirklich sicher“, sagte Hannes (11). Sein Bruder Tim (14) ergänzt: „Es gibt in Bonn einfach zu wenig oder schlecht ausgebaute Fahrradwege.“ Arvid (11), der Dritte im Bunde, sieht nicht nur in der Infrastruktur Nachholbedarf: „Ich finde, dass die Autofahrer rücksichtsvoller fahren könnten.“ Er meint, Zebrastreifen schützten meist nicht so, wie sie es sollten. „Viele Autofahrer fahren einfach über den Zebrastreifen oder halten sehr spät“, berichtet Arvid.

Drei Schüler wünschen sich mehr Rücksicht der Autofahrer

Die drei Schüler wünschen sich, dass die Autofahrer mehr auf Fußgänger und Fahrradfahrer achten. „Mit der ‚Kidical Mass’ möchten wir die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an verkehrspolitischen Entscheidungen fördern“, sagt Heinz. So habe man auch einen Kreativwettbewerb ins Leben gerufen, um die Kleinsten nach ihrer Vorstellung von einem zukünftigen Stadtbild zu befragen. „Die Einsendungen zeigen, dass Kinder sich nicht nur mehr Bäume und Spielplätze für ihre Straßen wünschen, sondern auch mehr Platz für den Radverkehr“, erklärt Sonja Thiel, Organisatorin des Kreativwettbewerbes.

Für Staunen habe eine Siebenjährige gesorgt. „Sie hat Bilder von den Problemstellen aus ihrer Straße gemacht und dazu Lösungsvorschläge aufgeschrieben“, sagt Thiel. Einige der Einsendungen seien so gut, dass man sie bei der Stadtverwaltung einreichen müsste.

Die Unterschriftensammlung des Bonner Radentscheids endet mit der Stichwahl des Oberbürgermeisters. Bisher seien 23.000 Stimmen zusammengekommen, sagt Heinz. „Wir wollen die 25.000 noch knacken und sind guter Dinge, dass wir das auch schaffen werden.“

Der Radentscheid fordert daher alle Bonner auf, ihre Unterschriftenlisten an den Sammelstellen abzugeben oder zurückzusenden, so die Pressesprecherin.