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Prozess gegen Stalkerin: 51-Jährige stellte Ex-Freundin nach

Prozess gegen Stalkerin : 51-Jährige stellte Ex-Freundin nach

Mehr als ein Jahr lang hat eine 51-Jährige ihre ehemalige Freundin belästigt. Am Donnerstag wurde die Stalkerin vom Amtsgericht wegen unerlaubten Nachstellens zu einer Geldstrafe auf Bewährung verurteilt. Die Bonnerin muss jegliche Kontaktaufnahme zu der 44-Jährigen unterlassen und sich bei einem zufälligen Aufeinandertreffen sofort entfernen. Sollte sie gegen die Auflagen verstoßen, muss sie 1800 Euro zahlen.

Zwischen Februar vergangenen und Mai dieses Jahres hatte die Angeklagte ihrer Ex-Freundin unter anderem Liebesbriefe, E-Mails und Postkarten geschickt. Zudem hatte sie ihr Tüten mit Kirschen ans Fahrrad gehängt und zuletzt einen Maibaum mit der Aufschrift "Es lebe die Liebe" vor die Wohnung gestellt.

Vor Gericht schilderte die immer wieder in Tränen ausbrechende Frau: "Ich kam mit der Trennung nicht wirklich klar. Ich habe sie total geliebt und konnte nicht glauben, dass es vorbei war."

Obwohl es eine Gefährdungsansprache durch die Polizei gegeben hatte, habe sie erst bei der Ladung zum Prozess gemerkt, dass sie nie mehr Kontakt aufnehmen dürfe. Über die "Trennungsschmerzen" sei sie in eine Depression gerutscht und habe sogar Selbstmordgedanken gehegt. Inzwischen hat sie einen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik hinter sich.

Für das Opfer war besonders belastend, dass mehrere Aktionen traumatische Erinnerungen hervorgerufen und teils sogar zu Panikattacken geführt hatten. "Es war eine schreckliche Einmischung - auch wenn es gut gemeint war", sagte die 44-Jährige. Mehrfach hatte sie ihre Telefonnummern geändert.

Das von ihr als "Stalking-Handy" bezeichnete Mobiltelefon hatte sie weiter laufen lassen, um SMS und Anrufe als Beweismaterial zu sammeln. Mehrfach wurde betont, dass es der 44-Jährigen nicht um Bestrafung der Ex-Freundin gehe, sondern darum, endlich Ruhe zu haben. Die Amtsrichterin stufte das Vorgehen der Angeklagten als "ganz normales Stalking".

Ihr Verhalten sei "nicht gravierend, aber auch nicht harmlos" gewesen. Der 51-Jährigen wurde vorgeworfen, das Vertrauen des Opfers ausgenutzt und Grenzen überschritten zu haben.