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Bau- und Sanierungsarbeiten in Bonn: 68 Millionen Euro für zwei Gesamtschulen

Bau- und Sanierungsarbeiten in Bonn : 68 Millionen Euro für zwei Gesamtschulen

An vielen städtischen Schulen und Kitas herrscht Hochbetrieb. Trotz Ferien. Das Städtische Gebäudemanagement (SGB) nutzt die Urlaubszeit für zahlreiche große und kleinere Bau- und Sanierungsarbeiten.

Das ehrgeizigste Ziel des SGB: Die Fertigstellung des Neubaus der Marie-Kahle-Gesamtschule an der Graurheindorfer Straße bis zum Schulstart Mitte August.

Nur noch drei Wochen bleiben den Handwerkern dafür. „Das schaffen wir“, ist Bauleiter Hartwig Hildmann überzeugt, als er am Donnerstag über die Baustelle führt. 64 Handwerker von 28 Firmen sind dort zurzeit bei der Arbeit.

Es wird gebohrt, gehämmert und gesägt, was das Zeug hält. 23 Klassenzimmer, sechs Fachräume und genauso viele Mehrzweckräume hat der viergeschossige Neubau zu bieten. Hervorzuheben ist das Atrium in der Mitte des Gebäudes. Es dient als Foyer, Mensa und Aula zugleich.

16 Millionen Euro habe der Neubau gekostet, sagt Margit Ventulett vom SGB. Grundsteinlegung war 2014. Fünf Millionen Euro hat die bereits im vorigen Jahr sanierte Nordschule verschlungen. Die Grundschule liegt auf demselben Areal.

6,9 Millionen Euro soll die Sanierung des denkmalgeschützten Altbaus aus dem Jahr 1903 (ehemals Hauptschule am Römerkastell) kosten. Damit wird die Stadt Bonn am Ende gut 28 Millionen Euro in diesen Schulkomplex investiert haben.

Bis zur Fertigstellung des Altbaus muss ein Teil der 785 Schüler der Gesamtschule weiterhin mit den Containerklassen vorliebnehmen, die vor Baubeginn auf dem Schulgelände errichtet wurden. Ob das SGB das Ziel einhalten kann, die Sanierung des Altbaus nächstes Jahr abschließen zu können, ist fraglich. Denn, so erläuterte Ventulett, zuerst sind die Archäologen an der Reihe.

Bereits 1903, 1978 und 2013 wurde vor Ort gegraben und natürlich wurde man jedes Mal in dem einstigen Römerlager fündig. 1903 fanden die Wissenschaftler einen Weihestein. Auf römische, zwei Meter hohe Mauern sowie einen außerordentlich gut erhaltenen Abwasserkanal stießen die Archäologen bei den Grabungen vor dem ersten Spatenstich für den Neubau.

Die aktuell größte Baustelle des SGB findet sich in Kessenich: Dort entstehen auf dem Areal der ehemaligen Theodor-Litt-Hauptschule und der Gottfried-Kinkel-Realschule zwischen Hausdorffstraße, Eduard-Otto-Straße, Bonner Talweg und August-Bier-Straße Neubauten für die Gesamtschule „Bonns Fünfte“.

Ersetzt wird zudem die alte Turnhalle, die jahrelang aus statischen Gründen geschlossen war. Anschließend sollen die Bestandsgebäude saniert werden. Sie werden ebenfalls von der Gesamtschule genutzt. Kosten insgesamt: 39 Millionen Euro.

Ebenfalls zu den größeren Bauprojekten des Städtischen Gebäudemanagements zählt die Erweiterung der Jahnschule in Auerberg. Der erst vor elf Jahren errichtete Neubau der Grundschule an der Herseler Straße platzt längst schon wieder aus allen Nähten und wird deshalb für 2,4 Millionen Euro erweitert.

Dafür wird der bisher eingeschossige Gebäudeteil der Grundschule aufgestockt. Außerdem soll ein Anbau hinzukommen, um vor allem Platz zu schaffen für die Nachmittagsbetreuung der Kinder, für Mehrzweckräume und eine Mensa.

Auch in den Kindertagesstätten ist das SGB zurzeit unterwegs. Die kostenträchtigste Baustelle ist der Kindergarten „Am Domhof“ in Mehlem. Für 4,2 Millionen Euro lässt das SGB dort das bestehende Kitagebäude sanieren und die Schule umbauen.

Auch sie soll später Kitagruppen beherbergen. Die Kita „Am Domhof“ wird nach den Arbeiten sechs Gruppen zählen. Mit dem Ausbau will die Stadt Bonn der stark gewachsenen Nachfrage nach Kitaplätzen in Mehlem Rechnung tragen.