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Abfall in Bonn: Warum samstags nur in Bad Godesberg entsorgt werden kann

Abfallentsorgung in Bonn : Warum Wertstoffe samstags nur in Bad Godesberg entsorgt werden können

Einige Bonner, vor allem aus den nördlichen und westlichen Stadtteilen, ärgern sich darüber, dass samstags nur noch in Bad Godesberg Wertstoffe abgegeben werden können. Bonnorange bittet um Verständnis für die Entscheidung.

Ein weißer Lieferwagen mit einem großen aufgedruckten Hund auf der Seite bringt zwei Kubikmeter Bauschutt. Aus einem roten Kombi grüßen zwei riesige Plüschtiere von der Kirmes auf ihrer letzten Reise: Am Mittwochnachmittag herrscht auf dem Wertstoffhof Am Dickobskreuz reger Zulauf. Zwar sei die angelieferte Abfallmenge in den ersten fünf Monaten 2020 im Jahresvergleich etwa konstant geblieben, erklärt Richard Münz, der bei Bonnorange die Abfallwirtschaft verwaltet (etwa 240 Bürger geben täglich Wertstoffe ab). „Aber nach vier Wochen Schließung bis Mitte April infolge der Kontaktbeschränkungen haben wir seit Mai deutlich mehr Zulauf als sonst.“

Angesichts dessen hat es einige GA-Leser vor allem aus den nördlichen und westlichen Stadtteilen erzürnt, dass der kommunale Abfallbetrieb ausgerechnet am Samstag in der Weststadt keine Wertstoffe mehr annimmt. Statt der Sammelstelle Am Dickobskreuz ist nun die neue Anlage an der Weststraße in Bad Godesberg samstags von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Diese hatte bislang am Wochenende geschlossen und hat durchschnittlich mit 120 Anlieferungen eine nur halb so hohe Kundenfrequenz.

„Die räumlichen Verhältnisse sind dort einfach ganz andere“, bittet Münz um Verständnis. Am Dickobskreuz passen höchstens drei Fahrzeuge vor der Schranke in die Auffahrt. Bedingt auch durch die Großbaustelle gegenüber und dem vermehrten Kundenzustrom hätten sich mehrfach Staus bis zum Kreisel an der Siemensstraße im Norden und zur Knauber-Einfahrt im Süden gebildet. Der Durchgangsverkehr zu den anliegenden Geschäften sei erheblich behindert worden.

An der Weststraße seien die Verhältnisse geräumiger. Dort könnten Fahrzeuge in der langen Auffahrt warten und zwei Fahrzeuge parallel eingelassen werden. Um das Distanzgebot zu wahren, habe man sich für diese Lösung entschieden. Spätestens ab Spätsommer sei eine Öffnung beider Sammelstellen auch an Samstagen vorgesehen. Man bemühe sich um geeignetes Personal.

Acht Beschäftigte sind nötig, um an einem Werktag den Betrieb in der Weststadt in zwei Schichten abzuwickeln. Vor allem Restmüll, Papier wie Tapetenreste und Grünschnitt geben die Bonner derzeit ab. „Man merkt deutlich, dass viele die Zeit der Einschränkungen zum Renovieren oder zur Gartenarbeit genutzt haben“, sagt Münz. Um das Entladen zu beschleunigen, empfehlen die Mitarbeiter, Abfälle nicht einzeln zu transportieren, sondern Bauschutt in eine Wanne zu füllen. „Wir helfen dann auch beim Ausladen.“ So könne die Wartezeit bei den gebotenen Abstandsregeln für alle kurz gehalten werden.