Vorfall im Sommer 2022 Bundesgerichtshof bestätigt Urteil zu abgetrenntem Kopf in Bonn

Bonn · Der Bundesgerichtshof hat das Urteil des Landgerichts Bonn gegen einen damals 39-jährigen Obdachlosen bestätigt, der im Sommer 2022 einen abgetrennten Kopf vor das Bonner Landgericht gelegt hatte. Die Richter verwarfen damit die Revisionen des Angeklagten und der Staatsanwaltschaft.

 Im Juni 2022 wurde ein abgetrennter Kopf vor dem Bonner Landgericht gefunden.

Im Juni 2022 wurde ein abgetrennter Kopf vor dem Bonner Landgericht gefunden.

Foto: dpa/Thomas Banneyer

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat das Urteil gegen den Mann, der im Sommer 2022 einen menschlichen Kopf vor das Bonner Landgericht gelegt hatte, bestätigt. „Der Fall ist damit abgeschlossen und der Tote kann seine Ruhe finden“, sagte der Vorsitzende Richter des zweiten Strafsenats, Ekkehard Appl, am Mittwoch in Karlsruhe. Das Landgericht Bonn hatte den damals 39 Jahre alten Mann, wie berichtet, im Januar wegen Störung der Totenruhe zu eineinhalb Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt.

Nach den Feststellungen des Bonner Landgerichts hatte der Obdachlose den Kopf seines zuvor an Tuberkulose gestorbenen Freundes im Juni 2022 vor das Gericht gelegt. Zuvor hatte er laut Anklage das Leichenteil in einer großen Umhängetasche vom Alten Zoll zu Fuß zum Gerichtsgebäude transportiert, wo er den Kopf am Eingangsportal ablegte. Anschließend setzte er sich mit der Tasche auf die gegenüberliegende Straßenseite. Ob der Mann den Kopf zuvor auch abgetrennt hatte, konnte das Gericht nicht mit Sicherheit feststellen. Dies war laut BGH genau wie die Annahme der Schuldfähigkeit des Mannes nicht zu beanstanden.

Weil die Überprüfung des Urteils auch sonst keine Rechtsfehler ergab, verwarfen die Richter die Revisionen des Angeklagten und der Staatsanwaltschaft. Das Urteil ist damit rechtskräftig.

Der Mann hatte sich nach dem Vorfall mit dem abgetrennten Kopf im Februar dieses Jahres erneut vor Gericht verantworten müssen. Das Kölner Amtsgericht verurteilte ihn wegen Bedrohung von zwei Mitarbeitern im Rathaus von Hürth zu zehn Monaten Haft ohne Bewährung.

(dpa/buj)
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