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Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium: Abriss der Aula kann endlich beginnen

Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium : Abriss der Aula kann endlich beginnen

Am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums beginnen nach Jahren des Wartens die Bauarbeiten an der Aula. Nicht nur für die Schule war der Wegfall des Veranstaltungsraums ein Verlust.

Das Warten hat ein Ende: Knapp fünf Jahre nach der Schließung der Aula des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums (EMA) wird der Abriss des in die Jahre gekommenen Gebäudes vorbereitet. An seine Stelle soll eine neue Aula kommen. 2025 könnte laut Stadt der Neubau fertig sein. Die Schulleiterin des EMA, Simone Bröcker, ist erleichtert: „Das Warten hatte seine Höhen und Tiefen. Für die Lehrer und Schüler sind unsere Gebäude ein schulisches Zuhause und die Aula war das Herzstück. Wenn das so lange brach liegt und man nicht weiß, was daraus wird, erzeugt das mitunter Bitterkeit. Also ist die Freude jetzt groß, dass der Stein endlich ins Rollen gekommen ist.“

Der Parkplatz, die Aula und die Mensa des Gymnasiums sind inzwischen eingezäunt, ein Bagger und Baustellencontainer stehen auf dem Gelände. Laut städtischem Gebäudemanagement ist die beauftragte Firma für den Abriss der Aula seit Anfang des Jahres vor Ort. Zurzeit finden Entkernungsarbeiten im Innern statt. Die Aula und ein angrenzendes Schulgebäude des früheren Lehrerseminars sollen spätestens Ende September dem Erdboden gleichgemacht sein. „Der Baubeginn erfolgt voraussichtlich 2022“, heißt es seitens der Stadt. Zuvor wurden einige Räume der Schule umgestaltet: Einige Klassenzimmer wurden umgebaut und zusammengelegt, um dort den Computerraum und den Musikraum unterzubringen. Die alten Räume werden nämlich abgerissen. Um die wegfallenden Klassenräume wiederum zu kompensieren, werden Klassen-Container während der Bauzeit aufgestellt.

Langes Warten auf den Baubeginn

Es tut sich was – nach Jahren des Wartens auf den Baubeginn. Als im Sommer 2016 die Aula saniert werden sollte, stießen die Arbeiter auf weitaus mehr schadstoffhaltige Baumaterialien als zuvor angenommen. Zwei Jahre später kam das städtische Gebäudemanagement dann zum Schluss, dass die Aula abgerissen werden muss. Seit der Schließung der Aula ist die Schule vor große logistische Herausforderungen gestellt. Schuldirektorin Bröcker erzählt: „Das Warten hat uns allen und vor allem den Musikern und Literaturkursen viel Kreativität abverlangt. Konzerte und Literaturaufführungen mussten auf diversen Bühnen Bonns stattfinden und nicht in unserer heimischen Umgebung des EMA.“ Doch all die kreativen Lösungen seien mit einer Menge Aufwand verbunden gewesen. „Gerade für unsere Ensembles bedeutet das Warten eine Durststrecke. Doch bald können wir uns mit unserem musischen Zweig hoffentlich wieder in den eigenen Gebäuden zu Hause fühlen – jedenfalls ist da jetzt ein Lichtstreif am Horizont“, so Bröcker.

Nicht nur für die Schule war der Wegfall der Aula ein Verlust. Das Gebäude mit Bühne und 800 Sitzplätzen war eine der größten Säle in Bonn und war bis zur Schließung ein viel genutzter Konzert- und Veranstaltungsort für außerschulische Orchester und Chöre in der Stadt. Auch sie mussten auf andere Säle ausweichen. Wie die neue Aula und damit der neue Konzertsaal für die Stadt aussehen soll, kann das städtische Gebäudemanagement noch nicht sagen: „Die Vorplanung liegt zwischenzeitlich vor, diese wird mit der Kostenschätzung voraussichtlich noch im ersten Quartal 2021 den politischen Gremien zur Beschlussfassung vorgestellt.“

Das Ergebnis erwartet Bröcker mit Spannung. Sie hofft, dass der Neubau den „Anforderungen einer zeitgemäßen Pädagogik“ gerecht wird. Denn neben der neuen Aula bekommt die Schule auch neue Klassenräume, die das ehemalige Lehrerseminar ersetzen werden. „Lernen findet nicht mehr nur in Klassenräumen statt, sondern auch in Gruppen auf den Fluren. Die neuen Klassenräume sollten diesem Bedürfnis gerecht werden. Wir brauchen Differenzierungsräume, die eng an die Klassenräume angebunden sind, in denen kleine Schülergruppen arbeiten können“, beschreibt Bröcker die Wünsche der Schule. Schließlich sollte der Neubau mindestens die nächsten 50 Jahre den Anforderungen des Schulalltags gerecht werden.