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Adventsmarkt in Bonn: Weihnachtsgeschichte mit Alle-mal-malen-Mann

Stadtkrippe und Adventsmarkt in Bonn eröffnet : Weihnachtsgeschichte mit Alle-mal-malen-Mann und Langem Eugen

Im Münster-Carré wird die Weihnachtsgeschichte in die Bonner Gegenwart geholt. Vor der Kreuzkirche kann man den Flutopfern an der Ahr helfen. Die ökumenische Kirchenhütte scheiterte am Mangel an ehrenamtlichen Helfern.

Am Samstagvormittag gehen die Jalousien des Schaufensters am Münster-Carré hoch, und dann bleiben sie oben, bis die Stadtkrippe wieder abgebaut wird, die dahinter zu sehen ist. Rund um die Uhr kann man sich coronakonform durch die Scheibe anschauen, was Kriemhild und Josef Feikes sich dieses Jahr haben einfallen lassen.

„Unsere Stadtkrippe verlagert die Weihnachtsgeschichte von der Vergangenheit in die Gegenwart“, erklärte Stadtdechant Wolfgang Picken bei der Eröffnung am Freitag, zu der auch der evangelische Superintendent Dietmar Pistorius gekommen war. Dadurch zeige sich ihre Aktualität: „Dass Gott durch Jesus Christus Mensch geworden ist, ist keine fromme Anekdote aus längst vergangenen Zeiten“, so Picken. „Sie betrifft uns heute und setzt wichtige Impulse – gerade in Krisenzeiten.“

Bönnsche Größen in der Krippe

Ein akkordeonspielender Ludwig van Beethoven blickt vor der Kulisse von Langem Eugen, Münster und Kreuzkirche sowie Altem Rathaus und Busbahnhof auf einen Markthändler. Er beobachtet einen Rollstuhlfahrer, einen Sanitäter und einen Pfadfinder und liefert die Musik zu fröhlich spielenden Kindern. In der Mitte sitzt der Alle-mal-malen-Mann Jan Loh, neben ihm betreten Maria und Josef samt Engel das Szenario. Im Hintergrund wartet ein Bonner Stadtsoldat auf das Prinzenpaar, das sich wie einige andere Figuren im Lauf der Zeit dazu gesellt.

Die Botschaft der Geburt Jesu "gibt Zeugnis der Menschlichkeit Gottes“, sagte Pistorius. Und sie signalisiere zugleich, dass vor seinem Sohn alle Menschen gleich sind. „So ist die Krippe für uns ein Zeichen, dass auch heute alle Menschen von Gott angenommen sind – ob arm oder reich, ob gesund oder krank, ob mächtig oder ohnmächtig“, so der Superintendent.

Er bedauerte, dass es in diesem Jahr keine ökumenische Kirchenhütte geben wird. „Es ist uns leider nicht gelungen in diesem Jahr genug Ehrenamtliche zu finden, um für die ganze Zeit im Advent ein attraktives Angebot zu gewährleisten“, sagte er im Einklang mit Picken. Viele potenzielle Helfer hätten als Grund für ihre Absage die derzeitige unsichere Lage aufgrund der Corona-Krise angegeben, so der Stadtdechant. Beide wollen im Januar mit der Planung für nächstes Jahr beginnen.

Kunsthandwerker-Adventsmarkt eröffnet

Pistorius ging gleich darauf zur Eröffnung des Kunsthandwerker-Adventsmarktes vor der Kreuzkirche weiter. An den Buden kann man zum Beispiel Holzkunst von Alfter Art, eine Spätzleküche, Delikatessen aus Umbrien, Glühwein, Waffeln und Weihnachtsstollen kaufen. Außerdem hat der Stand der Aktion Weihnachtslicht des GA dort einen Platz gefunden. Am Freitag startete der Markt mit dem Bläserensemble der Kreuzkirche. Bis zum 23. Dezember öffnen täglich ab 12 Uhr dort die Stände, montags bis donnerstags bis 20 Uhr, freitags bis sonntags bis 21 Uhr. Immer dienstags ab 18 Uhr spielt ein Posaunenchor unter Leitung von Michael Geffert Weihnachtslieder.

 Stadtdechant Wolfgang Picken (r.) und Superintendent Dietmar Pistorius an der Bonner Stadtkrippe vor dem Münster-Carré.
Stadtdechant Wolfgang Picken (r.) und Superintendent Dietmar Pistorius an der Bonner Stadtkrippe vor dem Münster-Carré. Foto: Benjamin Westhoff

„Es gibt schon einige Jahre die Idee, dass der Kirchenvorplatz eine Ergänzung für den Bonner Weihnachtsmarkt werden könnte“, sagte Martina Baur-Schäfer, die den evangelischen Kirchenpavillon leitet. Diese Idee setzt jetzt die Agentur Augenglanz-Events um – pünktlich zum 150. Jubiläum der Kreuzkirchengemeinde. Und man bietet zugleich Anbietern aus dem Ahrtal, die von der Flut gebeutelt sind, die Möglichkeit, Produkte zu verkaufen – wenigstens für einige Tage. Einige Buden stehen für wechselnde Verkäufer zur Verfügung. So kommt der Glühwein von der Ahr, der Christstollen von Eric und Dietmar Weihs ebenfalls – ihr Ofen fiel der Flut zum Opfer, aber das Rezept konnten sie retten. Der Superintendent lobte das Engagement der Helfer. „Wir tun etwas angesichts der Situation im Ahrtal: Wir können auf diesem Wege den Menschen helfen.“