1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Afghanisches Konsulat Bonn-Ückesdorf: Auswärtiges Amt sucht Gespräch

Bonn-Ückesdorf : Auswärtiges Amt sucht Gespräch zum afghanischen Konsulat

Das Auswärtige Amt trifft in den kommenden Wochen einen Vertreter der afghanischen Botschaft in Berlin, um Verbesserungen in Ückesdorf zu erzielen. Politiker fordern den Wegzug aus dem Wohnviertel.

Als erledigt aufgrund einer Stellungnahme der Verwaltung hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstagabend einen Antrag des Bürger Bund Bonn (BBB) wegen der Zustände vor dem afghanischen Konsulat in Ückesdorf betrachtet. Der BBB hatte in seinem Antrag Oberbürgermeister Ashok Sridharan und seine Verwaltung aufgefordert, die Zustände vor dem Konsulat zu beseitigen und künftig zu verhindern, dass es weiter zu Belästigungen für die Anwohner dort kommt.

Anwohner hatten beklagt, dass einige der Besucher des Konsulats sich in den Vorgärten niederließen und dort auch ihre Notdurft verrichteten. Immer wieder käme es zu tumultartigen Situationen. In ihrer Stellungnahme zu dem Antrag teilt die Verwaltung nun mit, es würden bereits Gespräche mit dem afghanischen Generalkonsul, der Polizei und Anwohnern geführt. Ein weiterer Austausch mit den Anwohnern solle regelmäßig erfolgen. „Es wurden diverse Maßnahmen erörtert, deren mögliche Umsetzung die Verwaltung derzeit prüft. Die Verwaltung wird nach erfolgter Prüfung über die Maßnahmen berichten, die umgesetzt werden können.“

 Außerdem habe die Verwaltung vor einigen Wochen Kontakt mit dem Auswärtigen Amt aufgenommen, das demnächst ein Gespräch mit dem Geschäftsträger der afghanischen Botschaft in Berlin führen wird, um darauf hinzuwirken, dass die Situation im Umfeld des Generalkonsulats verbessert wird. Die SPD-Stadtverordnete Elisabeth Zaun kritisierte den BBB: In seinem Antrag gehe es allein um die Anwohner. Betroffen seien indes auch die afghanischen Besucher, für die die Situation vor Ort ebenfalls unzumutbar sei. Sie hätten weder Gelegenheit, sich irgendwo hinzusetzen, noch stünden Sanitäranlagen für die Menschen bereit, die teilweise sehr lange vor dem Gitterzaun des Konsulats warten müssten. „Das Konsulat dort ist für rund 100.000 Menschen aus fünf Bundesländern zuständig. Der Standort ist für diesen Andrang völlig ungeeignet“, ist Zaun überzeugt, es müsse daher schleunigst nach einem anderen Standort für das Konsulat gesucht werden.

Über die Zustände am afghanischen Konsulat, wo an manchen Tagen Hunderte afghanischer Bürger mit Bussen und Autos mehr oder minder gleichzeitig anreisen, um Anträge zu stellen, ärgern sich Anwohnern seit vielen Jahren. Die Probleme scheinen aber im Laufe der Zeit zugenommen zu haben. Eine Anwohnerin schilderte, die Polizei würde oft an Freitagen aus ganz Deutschland anreisen, wenn es um Abschiebungen von Afghaninnen und Afghanen gehe.

Im Oktober dieses Jahres hat der in Bonn lebende NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) Ückesdorf in der Angelegenheit besucht und gemeinsam mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Christos Katzidis zunächst kurzfristige Maßnahmen und strategisch den Komplettumzug aus dem Wohngebiet gefordert.