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Akte Rheinland: Neue Episode des Crime-Podcasts über Bombenanschlag in Bonn

Neue Episode des Crime-Podcasts : Bei „Akte Rheinland“ geht es um die Bombe am Hauptbahnhof

Am Donnerstag erscheint die neue Episode des True-Crime-Podcasts „Akte Rheinland“. Diesmal geht es um den versuchten Bombenanschlag am Bonner Hauptbahnhof 2012.

Es ist ein Freitag im Advent 2012. An Gleis 1 des Bonner Hauptbahnhofs warten viele Reisende auf ihren Zug. Darunter auch ein Mann, dem plötzlich etwas auffällt: eine blaue Sporttasche, die unter einer Bank liegt. Ein Besitzer ist nicht in Sicht. Der Mann zieht die Tasche unter der Bank hervor, öffnet sie. Und sieht ein Gewirr aus Metallbehältnissen, darum geschlungen Drähte, die mit Klebeband verbunden sind. Und eine Uhr. Der Mann läuft sofort in den Bahnhof, alarmiert die Polizei. Und verhindert damit vielleicht einen verheerenden Terroranschlag auf Bonn.

Rüdiger Franz, Reporter in der Lokalredaktion Bonn des General-Anzeigers, hat sowohl die blaue Sporttasche noch vor Augen als auch die Atmosphäre, die an diesem 10. Dezember 2012 am Hauptbahnhof herrschte, noch in Erinnerung. Er war damals einer von mehreren GA-Reportern, die vor Ort waren, als die Polizei den gesamten Bahnhof abriegelte, den Zugverkehr einstellte und das, was sich in der Tasche befand, durch Einsatz einer Wasserkanone unschädlich machte – so unschädlich allerdings, dass nie mit letzter Gewissheit geklärt werden konnte, ob die Bombe hätte hochgehen können.

Denn das war es, was sich in der unscheinbaren blauen Tasche befunden hatte: eine Bombe, die im schlimmsten Fall viele Menschen am Hauptbahnhof hätte verwunden oder sogar töten können.

Um den versuchten Anschlag im Jahr 2012 geht es in der neuen Episode des GA-Podcasts "Akte Rheinland", die am Donnerstag erscheint. Die Redakteurinnen Leandra Kubiak und Anna Maria Beekes sprechen mit Rüdiger Franz über die Ermittlungen gegen Marco G. und seine Mittäter, den Prozess und die Salafisten-Szene in Bonn. Franz hat sowohl die Ermittlungen als auch diesen Prozess und weitere Prozesse gegen Bonner Salafisten engmaschig begleitet und dabei tiefe Einblicke in die salafistische Szene gewonnen.

Hauptverantwortlich für die Tat am Bonner Hauptbahnhof war laut späterem Urteil der Islamist Marco G. aus Bonn-Tannenbusch. Er geriet ins Visier der Polizei, als im März 2013 eine Gruppe Salafisten festgenommen wurde, die auf dem Weg nach Leverkusen war, um den damaligen Vorstand der rechtsextremen Partei Pro NRW zu ermorden. Bereits im Mai 2012, also ein gutes halbes Jahr vor dem letztlich gescheiterten Terroranschlag am Bonner Hauptbahnhof, hatten mehrere Hundert Salafisten sich in Bonn-Lannesdorf eine Straßenschlacht mit der Polizei geliefert, nachdem bei einer Wahlkampfveranstaltung von Pro NRW Mohammed-Karikaturen des dänischen Zeichners Kurt Westergaard gezeigt worden waren. Auch um diese Zusammenhänge und darum, wie das Urteil im Bombenprozess sich auf die salafistische Szene ausgewirkt hat, geht es bei "Akte Rheinland“.

Der Podcast „Akte Rheinland“ ist über Spotify, Apple Podcasts, StitcherDeezer und weitere Podcatcher abrufbar und kann kostenlos abonniert werden. „Akte Rheinland“ hat auch einen Blog unter akte-rheinland.de sowie unter dem Benutzernamen @akterheinland einen eigenen Instagram-Kanal. Aktuell läuft die dritte Staffel des GA-Podcasts.