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Alle-mal-Malen-Mann: Platz in Bonn wird nach Jan Loh benannt

Ehrung für den Alle-mal-Malen-Mann : Platz in der Bonner Altstadt wird nach Jan Loh benannt

Diskutiert wurde es schon länger, nun hat die Bezirksvertretung entschieden: Ein Platz in der Altstadt in Bonn wird nach Jan Loh benannt. Das Bonner Original, das als Alle-mal-Malen-Mann bekannt wurde, starb 2018.

Bonn bekommt einen Jan-Loh-Platz. Die Bezirksvertretung Bonn ist am Dienstagabend einem Antrag von CDU, Grünen, SPD und Piraten gefolgt, den Platz hinter dem Stadthaus an der Ecke Weiherstraße/Maxstraße nach dem vor zwei Jahren verstorbenen Maler und Bonner Original zu benennen. Bis auf die AfB stimmten alle Fraktionen für den Namensvorschlag.

Ursprünglich hatten Linke und Piraten vorgeschlagen, die Parkplatzfläche im Bereich der Oxfordstraße am Black Hotel (früheres Hotel Consul) nach dem Maler zu benennen. Das hatte die Bezirksvertretung abgelehnt. Der Platz soll nun Maarhofplatz heißen, weil sich dort einst mit dem Maarhof einer der ältesten Höfe in Bonn befand, der seit dem 12. Jahrhundert als bischöfliches Gut nachweisbar war.

Jan Loh, der eigentlich Ferdinand Johannes Gödde hieß, errang als „Alle-mal-malen-Mann“ lokale Berühmtheit. Der Maler war abends in der Kneipenszene vor allem in der Altstadt unterwegs und skizzierte für wenig Geld die Kneipenbesucher. Sein Standardsatz dabei lautete „Alle mal malen hier?“. Das brachte ihm dann seinen Spitznahmen ein. Er starb nach einem Sturz mit 86 Jahren. Beigesetzt wurde er auf dem Kessenicher Friedhof.

Breite Straße wird teilweise umbenannt

Ein Teil der Breitestraße – Breitestraße 1 bis 12 – in der Altstadt soll in Elisabeth-Selbert-Platz umbenannt werden. Die 1896 geborene promovierte Juristin Elisabeth Selbert wurde bekannt als eine der vier ‚Mütter‘ des Grundgesetzes. Nominiert für die SPD, setzte sie sich erfolgreich für die Gleichberechtigung im auszuarbeitenden Grundgesetz ein. Sie studierte als einzige Frau an der Universität Marburg Rechts- und Staatswissenschaften. Anschließend wechselte sie an die Universität Göttingen und war dort unter den etwa 300 Studierenden eine von fünf Frauen. Nach nur sechs Semestern schloss sie ihr Studium mit Auszeichnung ab. 1948 wurde die Juristin in den in den Parlamentarischen Rat in Bonn gewählt, der die Aufgabe hatte, das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland auszuarbeiten. Unter den 65 Mitgliedern war sie eine der nur vier Frauen.

Den Antrag der FDP, die Viktoriabrücke nach ihrer Fertigstellung nach Guido Westerwelle zu benennen, vertagte die Bezirksvertretung. Westerwelle war einer der führenden Köpfe der Liberalen in Deutschland, von 2009 bis 2013 Bundesminister des Auswärtigen Amtes sowie von 2009 bis 2011 Vizekanzler. Der gebürtige Bad Honnefer wuchs in Bonn in der Nordstadt auf, wo er sich später unter anderem für den Ausbau und Neubau des Macke-Museums einsetzte. Der FDP-Politiker starb 2016 an den Folgen einer schweren Krebserkrankung. Er wurde nur 53 Jahre alt.