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Innovative Technik: Ampelsensoren werden in Bonn getestet

Innovative Technik : Ampelsensoren werden in Bonn getestet

Die Technik wird deutschlandweit zum ersten Mal in der Bundesstadt getestet. Wenn sie sich bewährt, könnten Fußgänger die Straßen in der ganzen Stadt bald überqueren, ohne die Tastanlage zu berühren.

Am Montagmittag haben Oberbürgermeisterin Katja Dörner und Tiefbauamtsleiter Peter Esch die neue Technik vorgestellt. An der Kreuzung Thomas-Mann-Straße/Budapester Straße wurden bereits acht neue Ampelsensoren für insgesamt 3200 Euro installiert. Dörner zeigte sich erfreut, dass die Testphase nun beginnt: „Mit dieser neuen Technik können Personen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, erstmals in Bonn ihre Grünphase ganz ohne Berührung anfordern. Das ist praktisch und bietet mehr Komfort“, erklärt sie.

Zudem biete die Technik besonders während der Pandemie mehr Sicherheit: „Viele Menschen empfinden ein Unbehagen, wenn sie Flächen wie einen Ampeltaster berühren, dies könnte damit der Vergangenheit angehören“, ergänzt die Oberbürgermeisterin. Bisher sind Tastsensoren in der Stadt weit verbreitet. Wenn sich die neue Technik nun aber bewährt und von den Bürgerinnen und Bürgern angenommen wird, wolle die Stadt das Projekt „breiter in die Fläche bringen“, blickt Dörner voraus.

Sensor erkennt Signale aus bis zu 70 Zentimetern

Bis dahin muss die neue Technik aber erstmal die Testphase überstehen, die wohl ein paar Monate dauern soll. Das Gerät funktioniert durch einen kleinen „Radarsensor, der die Anforderung per Näherungserkennung ermöglicht“, erklärt Tiefbauamtsleiter Peter Esch. „Befindet sich eine Person im Bereich vor dem Taster an der Ampel, wird sie vom Sensor erkannt.“ Die Empfindlichkeit des Sensors kann zudem angepasst werden, er erkennt Lichtsignale aus mindesten zehn und maximal 70 Zentimetern Entfernung. Laut Esch sei auch Ziel des Tests, die richtige Entfernung festzulegen, damit die Grünphase weder von vorbeigehenden Fußgängern ausgelöst wird, noch die tatsächlichen Straßenüberquerer nicht erkennt. Die neue Anlage wurde zudem extra mit seitlichen LED-Leuchtringen ergänzt, „damit sie auch für sehbehinderte Menschen leicht aufzufinden ist“, betont Esch.

Laut dem Tiefbauamtsleiter sei die Pandemie nicht der Hauptgrund für die Installation, die „innovative Technik, die es bisher nicht gab“, sei einfach „zukunftsorientiert“. Generell gebe sie den Menschen ein „gutes Gefühl, auch unabhängig von Corona ist es ja immer ein bisschen eklig, sowas anzufassen“, findet er.

Kosten: 400 Euro pro Ampel

Soll daher also die ganze Stadt mit den futuristischen Anlagen ausgestattet werden? Zunächst wolle man besonders Knotenpunkte mit hohen Personenfrequenzen wie beispielsweise an Schulen mit den neuen Geräten ausstatten, sofern sie sich bewähren. Die Kosten liegen laut Esch bei 400 Euro pro einzelner Ampel, die vorherigen Taster haben 300 Euro gekostet. „Bei etwa 2000 Ampeln in der Stadt kommt da schon einiges zusammen“, so Esch, dennoch sei das „nicht unrealistisch“. Die Vorgänger der aktuellen Tastanlagen, die Taster mit den grünen Knöpfen, seien schließlich auch fast vollständig ersetzt worden.

Bis dahin wird aber sicher noch einige Zeit vergehen, auch bis die neue Technik von der breiten Masse verstanden wird. „Es wird sicher viele geben, die die Anlage erstmal trotzdem noch berühren, aber das muss sich nur etablieren. Als wir die bisherigen Taster vor Jahren installiert haben, wussten die Leute auch nicht, was sie damit machen sollen. Heute weiß das jeder“, so Esch.