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Serie: 50 Objekte – 50 Fotos: An den Bonner Brückenlöwen gab es kein Vorbeikommen

Serie: 50 Objekte – 50 Fotos : An den Bonner Brückenlöwen gab es kein Vorbeikommen

In loser Reihenfolge stellt der GA Exponate der Ausstellung „50 Objekte – 50 Fotos - Eine Zeitreise durchs 20. Jahrhundert“ des Stadtmuseums vor. Heute: die Brückenlöwen der Alten Brücke.

Explodierende Baukosten sind in Bonn nicht erst seit der Sanierung der Beethovenhalle ein Thema. Bis die aktuell im Stadtmuseum zu sehenden restaurierten Brückenlöwen 1898 ihre Plätze in den Wachhäusern der Alten Brücke einnehmen konnten, musste zunächst ein Rechtsstreit geklärt werden. Die Fährgesellschaft sah durch den Brückenbau erhebliche finanzielle Einbußen auf sich zukommen.

Erst nachdem man sich auf eine Entschädigungszahlung in Höhe von 220.000 Mark einigen konnte, konnte der Brückenbau beginnen. Nach ersten Schätzungen sollte das Bauwerk 2,58 Millionen Mark kosten. Bonn wollte die Gemeinde Vilich (erst seit 1922 ist die Bezeichnung Beuel gebräuchlich) mit zehn Prozent an den Baukosten beteiligen. Doch deren Gemeinderat bot lediglich 2500 Mark an. Bonn lehnte die bescheidene Beteiligung ab.

Mit der 33-monatigen Bauzeit explodierten die Kosten. Bis am 17. Dezember 1898 Bonns neues Wahrzeichen für den Verkehr freigegeben werden konnte, verschlang das Bauwerk vier Millionen Mark. Um die Kosten wieder reinzuholen, erhob die Stadt einen Brückenzoll. An den aus Holz geschnitzten Brückenlöwen gab es somit auf Bonner Seite kein unbezahltes Vorbeikommen. Würde die Brücke heute noch stehen, müsste sie den Vergleich mit anderen großen Brücken der Welt nicht scheuen, sagte Petra Clemens vom Vorstand des Beueler Heimatvereins. „Die Alte Brücke, mit einer Gesamtlänge von 432 Metern und einer Spannweite von knapp 188 Metern für den Hauptbogen wurde zum ganzen Stolz der Bonner Bürger und zum Anziehungspunkt für Touristen“, so Clemens, die auch als Stadtführerin in Bonn unterwegs ist. Am 8. März 1945 gegen 20.20 Uhr, nur zwei Monate vor Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde die Brücke auf Befehl des deutschen Militärs gesprengt. Doch die Zerstörung der Rheinquerung konnte die Alliierten nicht aufhalten. Auf den Pfeilern der Alten Brücke entstand innerhalb von vier Jahren die 1963 zu Ehren von John F. Kennedy auf den Namen „Kennedybrücke“ getaufte Stahlträgerbrücke.

In loser Reihenfolge stellen wir hier Exponate der Ausstellung „50 Objekte – 50 Fotos - Eine Zeitreise durchs 20. Jahrhundert“ vor, die noch bis zum 18. Oktober im Bonner Stadtmuseum an der Franziskanerstraße zu sehen sind. Von Kurator Horst-Pierre Bothien ist in der Schriftenreihe des Stadtmuseums das Buch, „Bonn im 20. Jahrhundert“ erschienen. Morisel Verlag, 144 Seiten, 19,90 Euro.