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Ein Hoch auf Alle auf dem Kunst!Rasen: Andreas Bourani begeistert etwa 8000 Fans in Bonn

Ein Hoch auf Alle auf dem Kunst!Rasen : Andreas Bourani begeistert etwa 8000 Fans in Bonn

Die Menge tobt. Andreas Bourani, derzeit einer der populärsten Stars der deutschen Musiklandschaft, könnte auf dem Bonner Kunst!Rasen einem Besucherrekord aufgestellt haben.

Voll war es ja schon öfters, in diesem Jahr zuletzt beim Konzert von Brings, doch die laut Veranstalter knapp 8000 Fans des 33-Jährigen sind schon eine Nummer für sich. Und Bourani liefert pflichtschuldig ab: Mit professioneller Ausgelassenheit trällert sich der durch seinen WM-Hit „Auf Uns“ berühmt gewordene Sänger durch seine großen Titel, feiert mit dem Publikum – und wird kurz darauf richtig wehmütig.

Tatsächlich ist Bourani ein zwiegespaltener Künstler. Auf der einen Seite der Garant für gute Laune, der Astronauten hochleben lässt und nur in seinem Kopf fantastische Welten generiert, und auf der anderen der nachdenkliche Mann, der mehr über das Loslassen als über das Festhalten singt. Er ist ein ewig Suchender nach sich selbst, der allerdings nicht vergebenen Chancen hinterhertrauert und in die Vergangenheit blickt, sondern nach vorne schreiten will. Dem Erfolg entgegen. Den hat er seit 2014 gewissermaßen gepachtet, dank „Auf Uns“ und dem traumhaft-zärtlichen „Auf anderen Wegen“ ebenso wie aufgrund seiner Jury-Tätigkeit bei „The Voice of Germany“ oder der Teilnahme an der Show „Sing meinen Song“. Die TV-Dauerpräsenz hat ihn zum Superstar gemacht, zu einem Künstler, auf den sich alle einigen können und dessen Lieder in aller Munde sind.

Eine Wanne an Gefühlen

Jetzt, mit der „Die Welt von oben“-Tour, will er die Früchte dieser Arbeit ernten. Funktioniert bestens. Vor allem dank der Frauen im Publikum. „Wir sind füreinander gemacht“, singt Bourani, und auch wenn er damit das gesamte Publikum meint, scheinen doch viele der anwesenden Damen davon zu träumen, die alleinige Adressatin dieser leicht kitschigen, verklärt-märchenhaften Zeilen zu sein. Und das ist nur der Anfang eines Bads in den großen Gefühlen.

Ab und zu gibt die Band ein bisschen Gas, leistet sich einen Ausflug in die Welt der vorhersagbar dröhnenden Beats, die alle mitsingen und mittanzen lassen, doch die ruhigen Stücke dominieren nun einmal, vor allem auf dem noch aktuellen Album „Hey“ (ein neues ist laut Bourani gerade in Arbeit). Lieder von Liebe, Sehnsucht und Hoffnung am laufenden Band. Erfreulicherweise gelingt es Bourani dabei immer wieder, der allzu seichten Schlagerfalle zu entkommen. Zugegeben, nicht jeder Song ist eine kompositorische Glanzleistung, doch sie alle treffen einen Nerv, verbinden die Menschen auf eine ganz besondere Weise – und bescheren dem Publikum so einen wunderschönen Abend.