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Neue Aufgabe für Stargeigerin in Bonn: Anne-Sophie Mutter ist neue Präsidentin der Deutschen Krebshilfe

Neue Aufgabe für Stargeigerin in Bonn : Anne-Sophie Mutter ist neue Präsidentin der Deutschen Krebshilfe

Die weltbekannte Geigerin Anne-Sophie Mutter ist neue Präsidentin der Deutschen Krebshilfe. Die 57-Jährige löst Fritz Pleitgen ab. Erfahrungen mit Krebserkrankungen hat sie aus erster Hand.

Stargeigerin Anne-Sophie Mutter ist neue Präsidentin der Deutschen Krebshilfe. Die 57-Jährige übernahm das Ehrenamt am Montag in der Bonner Geschäftsstelle der Stiftung von ihrem Vorgänger Fritz Pleitgen.

Der ehemalige WDR-Intendant stand eine Dekade lang an der Spitze der Organisation, die sich seit ihrer Gründung durch Mildred Scheel vor 47 Jahren dem Kampf gegen den Krebs widmet, Aufklärung betreibt und die Krankheit aus der Tabuzone geholt hat. Diese Arbeit will Mutter nun fortsetzen, wie sie bei einer Pressekonferenz in der Bundesstadt betonte. „Insbesondere liegen mir die Prävention und die Früherkennung am Herzen“, sagte sie. „Experten sind sich einig, dass sich 40 Prozent aller Krebserkrankungen durch eine gesunde Lebensweise vermeiden lassen. Insofern müssen wir eigentlich schon in der Kita mit der Aufklärung beginnen.“

Anne-Sophie Mutter: Ihr erster Ehemann starb an Lungenkrebs

Mutter kennt den Krebs aus erster Hand: 1995 starb ihr erster Ehemann, der Rechtsanwalt Detlef Wunderlich, an den Folgen eines Lungentumors. „Diese Erfahrung hat mein Leben total auf den Kopf gestellt“, gestand sie in Bonn. „Wir haben damals die Erkrankung verschwiegen, unter anderem weil wir eine Stigmatisierung vermeiden wollten.“ Die Ärzte hätten ihr dabei nicht helfen können: „Die Diagnose wurde uns ganz im Gegenteil ohne besondere Empathie übermittelt, was uns schwer getroffen hat. Der Ton macht schließlich die Musik. Insofern würde ich mir wünschen, dass darauf schon in die Ausbildung von zukünftigen Ärzten verstärkt Wert gelegt wird.“

Dennoch hat insbesondere die Deutsche Krebshilfe schon viel bewegt, wie der Vorsitzende des Stiftungsvorstands, Gerd Nettekoven, bei der Begrüßung hervorhob. „Mildred Scheel wollte Krebspatienten Hoffnung geben und die Bevölkerung für die Krebsbekämpfung gewinnen, und beides ist uns gelungen“, sagte er. „Trotzdem stehen wir angesichts von von jährlich 510.000 Neuerkrankungen weiterhin vor großen Herausforderungen.“ Der Vorsitzende des Stiftungsrats, Joachim Faber, sieht die Deutsche Krebshilfe aber gut gerüstet: „Wir sind sehr froh, dass wir mit Anne-Sophie Mutter eine Musikerin mit Integrität und internationaler Strahlkraft als 6. Präsidentin haben gewinnen können.“

Fritz Pleitgen, der im vergangenen Jahr selbst an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankte, lobte seine Nachfolgerin ebenfalls in den höchsten Tönen. „Eine bessere Wahl hätten Stiftungsrat und Vorstand nicht treffen können“, sagte er. „Für mich war das Amt eine sehr glückhafte Erfahrung, vor allem, weil ich immer wieder erleben durfte, was für unglaubliche Solidarität die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland aufbringen.“