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Anschlag auf Deutsche Welle in Bonn: Mann zündelte aus Hass auf die UN

Prozess vor dem Landgericht : Mann zündelte aus Hass auf die UN vor der Deutschen Welle in Bonn

Ein Mann hatte an der Deutschen Welle in Bonn gezündelt. Nun steht er vor Gericht. Sein Anschlag galt den Vereinten Nationen. An seiner Schuldfähigkeit bestehen Zweifel.

Vor dem Bonner Landgericht hat am Freitag das Verfahren gegen einen 61-jährigen Mann aus Bonn begonnen. Ihm wird zur Last gelegt, dass er am 16. Februar versucht haben soll, das Gebäude der Deutschen Welle an der Kurt-Schumacher-Straße in Brand zu setzen. Als Motiv hatte der Mann Hass auf die UN angegeben – offenbar hatte er sich aber in der Adresse vertan, denn die Vereinten Nationen residieren in Bonn im benachbarten Bürohochhaus „Langer Eugen“.

So geht auch die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Täter im Zustand der Schuldunfähigkeit handelte. Die 10. Große Strafkammer unter dem Vorsitz von Richter Marc Eumann muss nun entscheiden, ob der Beschuldigte dauerhaft in einer psychiatrischen Klinik untergebracht wird.

Gegen 19 Uhr abends kam der Mann am Tattag mit einem Benzinkanister zum Haupteingang des öffentlich-rechtlichen deutschen Auslandssenders. Den Inhalt des Behältnisses vergoss er vor der Glastür des Haupteingangs, Teile der Flüssigkeit ergossen sich in den dahinterliegenden Eingangsbereich. Die geplante Brandstiftung scheiterte allerdings an den Wetterbedingungen: So schaffte es der 61-Jährige erst gar nicht, das Benzin in Brand zu setzen. Die Gefahr, dass das Gebäude – in dem sich zum Tatzeitpunkt immer noch viele Menschen aufhielten – hätte in Brand geraten können, schätzen die Ankläger allerdings hoch ein: Sowohl die Fußmatte als auch die Gummi-Türdichtungen hätten schnell Feuer fangen können, heißt es in der Anklage.

Außerdem blieb es auch nicht bei diesem einen Versuch. Rund zwei Stunden später kehrte der Mann erneut mit einem gefüllten Benzinkanister zurück. Den vorgewarnten Sicherheitsleuten gelang es aber, den mittlerweile mit einem Zimmermannshammer bewaffneten verhinderten Brandstifter zum erneuten Rückzug zu bewegen. Der erste Prozesstag endete direkt nach der Verlesung der Anklage. Mit einer Entscheidung des Gerichts wird Mitte nächsten Monats gerechnet.